nie-mehr-radlos
  1. Quartal 2013
 
   

31.03.13 Tumbaco/ Quito Flughafen
Nachdem wir unsere Räder fachmännisch für den großen Eisenkondor nach Neuseeland verpackt haben, um einem neuen Kontinent entgegen zu gleiten, bleiben tatsächlich noch einige Stunden, in denen wir ein wenig Schaf finden können.

Am Tag zuvor haben zurück im Casa de Ciclista Abschied gefeiert und den gesamten Tag jegliche Ausrüstungsteile gesäubert, da keine Erde o.ä. nach Neuseeland eingeführt werden darf. Jan will noch ein letztes Mal die starke Sonne nutzen und ist etwa 1,5 Stunden ungeschützt oben ohne - was er sich normalerweise NIE erlauben würde. Die Belohnung ist der vielleicht schlimmste Sonnenbrand seines Lebens...

26. – 29.03.13 Macas
Vor einem guten halben Jahr erhielten wir eine E-Mail von einem unbekannten Absender: Margit. Sie lud uns zu sich nach Macas ein, denn sie hätte von einer Bekannten in Mexiko unsere Homepage erfahren! Wir schließen die weltgewandte, herzenswarmen Frau sofort ins Herz und erfreuen uns an ihrer großzügigen Gastfreundschaft. Schon nach einem Tag bekommen wir ihr Haus, ihren Hund und ihre Katze in unsere Verantwortung, weil sie für eine Nacht außer Haus muss und haben nach nur drei Tagen Bekanntschaft das Gefühl, uns schon ewig zu kennen.
Schlammstrasse
Das Foto sieht noch harmlos aus, zu dem, was sich einige Kilometer weiter bietet: eine 15cm dicke Schlammschicht über dem Boden, der uns definitiv nicht ermutigt, auch nur einen Fuß auf den Boden zu setzen. Dummerweise muss das Jan dann aber doch noch machen, als in diesen Schlamm-assel seine an der Radtasche lose befestigte Jacke herunterfällt... Dumm geflogen!
Immerhin entlohnte uns die schlechte Straße mit schönen Paramo-Landschaften und wenig Verkehr.
25.03.13
Spätere Internetrecherche bestätigt uns die Annahme: Wir sehen das erste Mal das häufig gegessene Quinoa als Pflanze vor uns. Das anspruchslose und sehr gesunde Quinoa wächst in Höhen, in denen Getreide, Reis etc. keine Chance zu überleben hätten und ist damit ein wichtiger Baustein im Kampf gegen den Hunger der Welt. Leider ist der Nutzen immer noch nicht weit verbreitet, da die spanischen Eroberer den Anbau unter Todesstrafe verboten.
22. – 24.03. 23.03.13 Rio Bamba
Wir sind am Fuße des Vulkans Chimborazo. Karina muss eine Zwangspause einsetzen, da sie krank ist und so bricht Jan alleine in Richtung Gipfel auf. Mit einem Bus geht es bereits auf über 4000 m. Direkt vor dem Eingang des Naturparks gibt es eine Haltestelle. Jede Menge Guides steigen mit aus und erzählen Jan, dass es von nun an nur noch MIT ihnen (natürlich gegen Bezahlung) weiter geht. Am Eingang erfährt er, dass das alles Quatsch ist, und erst nach der zweiten Hütte ein Guide notwendig ist. Durch Nebel und karge Landschaft stapft er also bis über 5000 m. Die dünne Luft bringt Jan zwar etwas schneller aus der Puste, hat aber sonst keine weiteren Auswirkungen auf ihn, immerhin sind wir in den letzten Wochen permanent zwischen 2.000 und 3.000m Höhe.
Eine Straße, die zur ersten Hütte führt, weist ihm den Weg bis zur Schneegrenze. An den Hütten gibt es heiße Getränke und die Möglichkeit zu übernachten, falls man mit Guide den Gipfel stürmen möchte. Nach der ersten Hütte ist man gezwungen, durch einen Friedhof voller Verunglückter zu gehen, der einem die Gefahren dieses Berges verdeutlicht.
Auf etwa 5.100m, umgeben von Schnee, macht Jan kehrt, da er es nicht einsieht, für etwa 1000 m mehr 250 Dollar zu zahlen, wenn uns auch der Preis, gemessen am Sicherheitsrisiko des Führers, gerechtfertigt erscheint. Mit dem Gefühl, auch jetzt schon näher an der Sonne zu sein, als ein Bergsteiger auf der Spitze des Mount Everest tritt Jan stolz den Abstieg an.
VORSICHT vor den gemeinen Mosaikfressern!! Selbst auf Spielplätzen lauern sie einem auf! Eine Rettung aus ihrem Schlund ist aussichtslos... außer, man kriecht hinten wieder raus...
DIE perfekte Lösung für gestresste Eltern Wenn die Kinder mal nerven, einfach in einen luftgefüllten Ball stecken und den an der Leine auf einen See rollen! Das beste daran: Die Kinder finden das auch noch toll.
Auf einem Supermarktparkplatz sehen wir die Steigerung des Securitys: In einem Wachturm sitzt ein Schütze mit Gewehr, der die Kunden und Fahrzeuge verteidigen soll. Ist das wirklich nötig, fragen wir uns?
19. – 21.03.13 Ambato
Auf einem Supermarktparkplatz steht auf einmal der Kanadier Maxime vor uns. Er reist gemeinsam mit seinem Vater Mario ebenfalls auf dem Fahrrad in Richtung Süden. Wir beschließen spontan gemeinsam Mittag zu essen und zusammen weiter zu fahren. Später überzeugen wir sie, mal nicht in ein Hotel zu gehen, sondern mit uns zum „Bikehouse“ zu kommen. Dort empfängt Leonardo voller Wertschätzung Radreisende. Es stellt sich heraus, dass Leonardo Morejon sogar eine kleine Berühmtheit ist, denn er gilt als einer der besten Mountainbiker Ecuadors.


Auf der Straße nicht weit vor unserem Zielort kommt uns dann auch noch der Italiener Mauro Talini voll guter Laune auf einem Rennrad entgegen. Wir erfahren, dass er von Feuerland bis Alaska fahren möchte, um der Öffentlichkeit zu zeigen, dass solch eine Tour trotz Diabetes möglich ist. Unter dem Motto „Diabetes – no Limits“ möchte er aller Welt zeigen, dass Diabetes niemanden in seiner Selbstverwirklichung einschränken muss.
Zwei Monate später lesen wir in einem Bericht traurigerweise, dass Mauro Talini in Mexiko, einen Tag vor der Einreise in die USA, von einem Lastwagenfahrer zu Tode gefahren wurde.
Wir möchten an dieser Stelle unsere Anteilnahme ausdrücken und auf sein großes Engagement für Diabeteskranke hinweisen. Seine Internetseite ist unter folgendem Link zu finden: http://www.maurotalini.it/
Im Bikehouse treffen wir auf alte Bekannte: Elena und Hardy, die wir bereits in Kolumbien getroffen haben, kommen einen Tag nach uns an! Wie schön es doch ist, mal Gesichter wieder zu sehen .

In den nächsten Tagen möchte Jan einen weiteren seiner Träume verwirklichen und auf den 6.268m hohen Vulkan Chimborazo steigen. Das Vorhaben überschattet eine Geschichte, die uns Leonardo erzählt, als wir ihn auf den Hund ansprechen, der auf seinem Dach lebt. Der Hund „Huila“ stirbt jedes Mal fast vor Freude, wenn mal wieder ein Radreisender zu Besuch kommt, denn auch sein Herrchen aus Spanien war Radreisender. Er hat sie vor einem Jahr hier zurück gelassen, um ebenfalls den Chimborazo zu besteigen. Von dort ist er jedoch nie mehr zurückgekehrt. Huila denkt nun jedes Mal, endlich wieder bei ihrem Herrchen sein zu können, wenn ein Fahrrad zum Tor herein rollt.

18. & 19.03.13 Cotopaxi Nationalpark
Zu diesem Bild fällt uns nur eins ein: „Kaufe niemals billig oder du kaufst zweimal“. Wir wechseln einen alten Schlauch, der ein wenig Luft verliert und schon beim Aufpumpen platzt uns der nagelneue Schlauch...
Auf etwa 3500 Metern Höhe finden wir tatsächlich Johannisbeeren ! Ach ja, das waren noch Zeiten, als wir mit Johannisbeeren aus dem Garten Wein hergestellt haben…
Als wir endlich am Vulkan Cotopaxi (dem zweithöchsten des Landes) ankommen, ist es so bewölkt, dass wir überhaupt nichts vom Berg sehen. Stärkster Regen gesellt sich dann noch zur Kälte auf 3700 m hinzu, so dass Jan sich nur noch darauf freut, wieder runter zu kommen. Karina, die durchgefroren und entkräftet ist, sperrt sich dagegen, jetzt noch abzufahren, also suchen wir uns einen Unterschlupf. Und siehe da, schon in der Nacht klart es völlig auf und für eine Stunde am Morgen strahlt die Sonne auf den wolkenlosen, majestätischen Vulkan. Danke Karina ...
Nachdem es hoch geht, geht es immer auch wieder runter - eine einfache Tatsache, die „normalerweise“ ein wirklich großer Motivationsfaktor auf einer Fahrradreise ist - besonders wenn es 18 km am Stück sind. Als wir jedoch die etwa 1.000 Höhenmeter auf schlimmster (harmlos aussehenden) Steinstraße herunter fahren, haben wir Angst, dass vor lauter Holpern entweder unsere Fahrräder zerbrechen oder unsere Handgelenke abfallen. Beides tritt zum Glück nicht ein, betäubt bleiben die Hände allerdings noch eine gute Weile...
17.03.13
Wir radeln gerade durch eine Region mit einer ganz besonderen Spezialität – vielleicht etwas „befremdlich“ für Europäer: Überall gibt es hier Restaurants, die „Cuy“ bzw. auf deutsch Meerschweinchen verkaufen . Wie lustig, wie fremd einem unbekannte Begebenheiten manchmal vorkommen, dabei ist Kühe oder Schweine zu essen schließlich auch nichts anderes. Es soll richtig gut schmecken lassen wir uns sagen, 20 Dollar sind uns die Sache dann aber doch nicht wert.
Es ist immer wieder witzig, wo wir abends so landen… Auf einer grässlichen Straße, die definitiv mehr aus Unebenheit und Höhenmetern, als aus Straße besteht, kämpfen wir uns immer weiter zum Cotopaxi Nationalpark. Auf 3200m fängt es an zu hageln! Dankbar für den Schutz flüchten wir in eine Höhle direkt neben der Straße, die gerade groß genug ist, uns trocken zu halten. In Anbetracht des Wetters, das sich nicht bessern will, entwickelt sich die Höhle schnell zu einem 5-Sterne Hotel und wir beschließen die Nacht hier zu verbringen .
16.03.13 San Rafael
Jan grinst beständig, weil er mit fast doppelter Geschwindigkeit die Berge hochfährt. Getrübt wird die Stimmung dann doch, weil es bereits nach den ersten Minuten auf der Straße so stark regnet, dass wir kurz davor sind, wieder zurück zu Santiago zu fahren. Unser Stolz verbietet das dann aber doch .
Gegen Ende des Tages begegnen wir einem Engel (bzw. Silvana ), der Mitleid mit zwei bis auf die Unterhose durchnässten Reisenden hat und sich bestens um uns kümmert. Wir erzählen ihr von der Internetseite „Couchsurfing“, da sie anscheinend äußerst gerne Menschen auf Reisen unterstützt. Bereits am nächsten Morgen hat sie einen Account .
14. & 15.03.13 Tumbaco
Was Santiago und seine Familie täglich in ihrem „Casa de Ciclista“ (Haus für Fahrradreisende) vollbringen, wäre andernorts nicht einmal für einen Tag vorstellbar. Seit über 20 (!!!) Jahren empfängt er reisende Radfahrer mit gleichbleibender Herzlichkeit und gibt ihnen für einige Tage ein Zuhause! Diese besondere Adresse hat sich so sehr unter Radreisenden herumgesprochen, dass praktisch IMMER einige Gäste seine Gastfreundschaft genießen.
Neben dem Genuss, auf Gleichgesinnte zu stoßen, bereiten wir uns hier darauf vor, etwa die Hälfte unserer Ausrüstung zurück zu lassen und so „getunt“ durch die ecuadorianischen Berge zu fahren. Wir haben uns für eine Rundtour durch Ecuador entschieden, da schon in wenigen Wochen unser Flug von hier aus nach Neuseeland geht. Jan fährt das erste Mal ohne Anhänger! Er kommt sich vor, als hätte er Flügel !
14.03.13 Mitad del Mundo
Nun sind wir also GENAU in der Mitte der Welt, denn nur hier in Ecuador gibt es Berge am Äquator, die als Richtlinien gelten! Den Punkt, den der Franzose Charles-Marie de La Condamine nicht exakt bestimmen konnte (wie Messungen mit GPS Geräten zeigten), fanden bereits die Inkas lange vor der Eroberung der neuen Welt auf den Meter genau.
Nette Guides freuen sich, uns kompetent die hier aufgebaute Sonnenuhr und verschiedene Planetenkonstellationen zu erklären.

13.03.13 Guachalá
Ein Schild, das auf heiße Quellen hinweist! Hin!!! Wir dürfen bei einer Forellenfarm direkt nebenan im Garten schlafen und bekommen zum Abendessen Fische, die wir wenige Minuten früher noch im Teich schwimmen sahen. Am nächsten Morgen stehen wir mit der Sonne auf und legen uns ins heiße Wasser – Fahrradreisen ist ja sooo voller Entbehrungen .
Was uns beeindruckt ist, dass sogar Frauen in traditionellen Gewändern das Bad besuchen. Ob sie allerdings nur angezogen ins Wasser gehen, sehen wir nicht mehr, da wir uns bereits aufmachen, den neuen Fahrradtag zu bestreiten.
In Ecuador wollten wir unbedingt mal Alpakas sehen. Dass wir sie jedoch zum ersten Mal auf einem Kinderspielplatz finden, hätten wir nicht gedacht
12.03.13 San Antonio de Ibarra
Wir erreichen das liebliche Kunstdorf, das weit über die Landesgrenze bekannt für seine Schnitzkunst ist. Es gibt eine angesehene Kunstschule und an jeder Ecke Schnitzereien zu kaufen.
Bei einer besonderen Aktion sind Schüler der Kunstschule von Tür zu Tür gegangen und haben überall, wo es erwünscht war, die Eingangstüren verschönert und so ein wunderbares Ambiente geschaffen.
11.03.13 Ibarra
Am Morgen starten wir auf 3700m bei 9°C. Dann geht’s erstmal nur runter, runter, runter. Etwa 50km weiter befinden wir uns auf 1500m bei mehr als 30°C. Das war mit 2200m die längste Abfahrt unserer Reise! Und die landschaftliche Veränderung könnte nicht größer sein! Jetzt umgibt uns trockene Steppe und wir essen Kaktusfeigen zum Mittagessen...

Wie so oft verändert sich unser Tag, wenn wir nur ein bisschen mit den Leuten reden… Aus der Frage nach einem günstigen Hotel im Ort wird eine Unterhaltung, dann kommt zufällig noch ein Familienmitglied hinzu und auf einmal sind wir Ehrengäste einer Familie. Durch Alba Lucia lernen wir Franz Stephan & seine Mutter Aura kennen, die Witwe eines Deutschen.
Wow! Die Berge hier im Land sind enorm – nur nicht alle riechen auch noch gut…
10.03.13 El Angel Nationalpark
Unser Höhenmesser zeigt immer höhere Zahlen, während wir uns durch den einmaligen Naturpark El Angel zur Spitze des Passes bewegen. Mit 3700 m haben wir - mal wieder - den höchsten Punkt unserer Reise erreicht. Es ist noch früher Nachmittag, also noch keine Zeit zum Schlafplatzsuchen. Nahe mehrerer Seen gibt es jedoch eine Herberge, die Reisenden kostenlos eine Unterkunft mit Küche bietet! Wir gehen also erst wandern (weitere 100m höher) und laden anschließend den Wachmann, der über Nacht im Gebäude bleibt, zum Essen ein. Nachts fallen die Temperaturen dann bis an den Gefrierpunkt – und das praktisch am Äquator!
09.03.13 El Angel Nationalpark
Na wer sagt’s denn ?! Ein essbarer Pilz, den wir noch aus Deutschland kennen - da kommen Heimatgefühle auf. Wir trauen uns allerdings trotzdem nicht, ihn mitzunehmen, da wir nichts über eventuelle Doppelgänger hierzulande wissen ...
09.03.13 Tulcán
Bereits in unserer ersten Woche in Kolumbien hörten wir vom berühmten Friedhof in Tulcán. Heute sehen wir ihn mit eigenen Augen und sind einfach nur begeistert von der Heckenkunst. Zu traurig, dass viele Touristen, die wir treffen, gar nichts von diesem besonderen Ort wissen.
Es hört sich vielleicht komisch an, aber es ist echt eine Weile her, dass wir so richtig in der Natur waren und nicht nur von einem zum nächsten Ort fahren. Heute lassen wir die gute Asphaltstraße für die nächsten Tage links liegen und „schottern“ hinauf in den „Paramo“, das nahe am Äquator gelegene Hochland in den Anden, das den schönen Nationalpark El Angel beherbergt. Von nun an ist unser Wort für „magisch“ „Paramo“! Soooo schön ist es hier! Wasser filtern ist zwar ein wenig Arbeit, doch in so einem Umfeld ist das vollkommen ok!
Eine Pflanze dominiert das gesamte Landschaftsbild. Hier wird diese besonders aussehende Pflanze „Frailejon“ genannt. Der deutsche Name „Espeletia“ macht uns dieses Gewächs nicht gerade bekannter, denn es wächst nur hier im Paramo.

08.03.13 Tulcán
Gute Neuigkeiten! Auf unseren letzten Kilometern in Kolumbien wurden wir nicht aufgehalten, sondern haben vielmehr einige angenehme letzte Tage verbracht und sind nun im 15. Land unserer Reise – Ecuador . Die indigenen Menschen hier sind wunderschön und wir werden von allen Seiten angelächelt. Leider lächelt die Sonne uns ebenfalls an und das nicht zu knapp, immerhin nähern wir uns dem Äquator. Vor uns liegen Höhenmeter, Vulkane und Begegnungen!
Heute ist, wie sich herausstellt, ebenfalls der Tag der Frau in Ecuador. Plötzlich hält ein Auto neben Karina und ein wildfremder Mann überreicht ihre eine Rose sowie die besten Wünsche für den heutigen Tag .
02.03.13 Mocoa
Wir besuchen einen der schönsten Orte in Kolumbien: Das Ende der Welt „Fin del Mundo“. Atemberaubende Wasserfälle, natürliche Schwimmbecken und alles mitten im Dschungel! Durch die Straßensperre der Kaffeebauern sind wir praktisch völlig allein an diesem schönen Ort. Dieser (freie!) Papagei mag übrigens nur Männer, wieso auch immer...

 

Hier sehen wir die größten Ameisen unseres Lebens – am Eingang wurden wir gewarnt, vor Sonnenuntergang zurück zu sein, denn danach seien sie deutlich angriffslustiger. Es war zu schön und so verspäten wir uns doch – aufgefressen haben sie uns (mit ihrem angeblich äußerst schmerzhaften Biss) dann doch nicht

 
Das Amazonasbecken erreichen wir während dieser Reise leider nicht mehr, doch der Beisatz der Stadt Mocoat hört sich sowieso fast schöner an : „wo die Anden das Amazonasbecken küssen“.  
Als wir vor einigen Tagen auf unsere Fahrräder stiegen, erwartete uns ein Tag, der sich von jedem bisherigen unterscheiden sollte: Bereits nach wenigen Kilometern versperrten ein Nagelbrett und dutzende mit Knüppeln bewaffnete Männer den Weg. In Kolumbien herrscht Ausnahmezustand. Sämtliche Kaffeebauern vereinten sich, um im gesamten Land jegliche Hauptstraßen zu verbarrikadieren, denn trotz weltweit steigendem Kaffeekonsum erhalten die Produzenten nur einen Hungerlohn für ihre Arbeit. Bereits seit einer Woche ist der Fernverkehr lahmgelegt, schon jetzt gibt es fast im ganzen Land kein Benzin mehr, frische Lebensmittel werden teurer und es häufen sich die Meldungen über gewaltvolle Auseinandersetzungen mit der Polizei…
Im Moment lieben wir nichts mehr, als unsere Fahrräder! Dank ihnen durften wir (ganz im Gegensatz zu jeglichen KFZ) die bisher 9 (!) Sperrungen auf unserem Weg durchfahren und wurden sogar noch freudig angefeuert. Überall behandelte man uns äußerst freundlich, bei der größten Sperrung (über 1.000 Mann) sorgte bereits vor unserem Eintreffen ein Fernsehreporter, der uns kurz vorher interviewt dafür, dass man uns durchlässt. Trotz jeglicher Freundlichkeit hatten wir ein äußerst flaues Gefühl im Magen, an insgesamt vielleicht 3.000 Bewaffneten vorbei zu fahren.
 

22. - 27.02.13 San Agustin
Habt Mitleid mit den Großen! In seinem ganzen Leben hat sich Jan nicht so häufig den Kopf gestoßen, wie in Klein- bzw. Lateinamerika. Seit über einem Jahr ist es normal, dass er nur gebückt unter die Dusche kommt, Angst vor den Deckenventilatoren haben muss und niemals unbedacht durch eine Haustür stürmen darf…

 

Wir besuchen in San Agustin die berühmteste Ausgrabungsstätte Kolumbiens, auch wenn der stolze Preis von 10 Dollar Eintritt unverhältnismäßig zu den sonstigen Preisen im Land ist. Die Statuen sind schön, sehen im gepflegten Park allerdings SO neu aus, dass bei uns keinerlei mystisch-historische Stimmung aufkommt.

 

Ein Traum von Karina geht in Erfüllung! Wir bekommen zwei schöne Pferde, mit denen wir allein durch die Anden reiten dürfen. Auf unserer Route liegen weitere Ausgrabungsorte, dabei die einzige Steinstatue, auf der noch die Originalfarbe zu sehen ist.

 

Pepino Dulce“, was auf Deutsch so viel heißt wie süße Gurke ist Jan gerade in die Hände gefallen. Der Geschmack gleicht stark, wer hätte das gedacht, einer süßen Gurke bzw. einer Honigmelone.

 

22.02.13
Typische Straßenszene in Kolumbien: Ein mit Platanen (Kochbananen) vollgeladenes Auto und Chiva – Überlandbusse.

 

21.02.13 Garzón
Auch wenn wir bereits hundert Mal über Gastfreundschaft berichtet haben, sind wir immer noch begeistert, wenn sie uns wiederfährt: Aristobulo hört nur, wie wir auf einem Platz nach einem günstigen Zimmer fragen und lädt uns völlig unkompliziert zu sich ein. Dort lernen wir den Rest der Familie, bestehend aus Juan Pablo, Juan Camilo, Jairo, Hilda, Laura Daniela, Derly, Diego Andres und David kennen. Kochen durften wir natürlich mal wieder nicht und Derly hat uns sogar einen traditionellen Tanz in kompletten Kostüm vorgeführt.

 

Es sollte nicht das einzige Mal sein, dass plötzlich ein Schmetterling auf Jan landet und nicht mehr von ihm weicht… Irgendetwas an ihm scheint sie anzuziehen, so dass sie es durchaus gemütlich auf ihm finden. Einen durfe Jan für ganze zehn Minuten "Gassi" führen, bevor er widerwillig weiter flog.

 

20.02.13 Vor Garzón
Jan wird beim Warten auf Karina aus einem Auto angesprochen. Soweit nichts Neues, nach kurzem fangen die Insassen Tulio aus Kolumbien und Erika aus der Schweiz jedoch an, auf Deutsch weiter zu reden. Sie laden uns in die Stadt ein, in der sie gerade bei Freunden zu Besuch sind, wo wir bei ihren Freunden Alberto & Gladys zu Besuch sind. Nach einer Einladung zum Essen dürfen wir in der Garage übernachten.   

 

Heute rettet Jan eine Marsraupe vor dem Verkehrstod. Später erfahren wir, dass es hier in Kolumbien angeblich auch eine tödliche Sorte gibt… ups (unsere eigene Recherche ergab da jedoch nichts...)

 

18.02.13 Rivera
An den berühmten Thermalquellen von Rivera lassen wir einen Abend die Seele baumeln und dürfen noch dazu kostenlos auf dem Gelände des Bades übernachten .

 

16. & 17.02.13 Villavieja
Über Schotterpiste und wassergefüllte Tunnel finden wir bei sengender Hitze unseren Weg zur Wüste Tatacoa, die uns mit atemberaubenden Stein- und Sandformationen belohnt. „Mal wieder“ hat Jan ein Essen zugesetzt, wodurch er sich eher durch den heißen Tag kämpft, als viel von der Umgebung zu genießen. Der Zustand beschränkt sich zum Glück nur auf einen Tag und so können wir voll und ganz in diese Wunderwelt eintauchen.

 

14.02.13 Tolima
Seit Belize, besonders jedoch Mexiko, haben wir keine Tamales mehr gegessen. Hier, wo sie die regionale Spezialität sind, probieren wir sie natürlich gleich aus. Die in Bananenblättern gedampfte Maismasse unterscheidet sich nicht von der im Norden, die Füllung enthält jedoch Bohnen, Reis, Ei und gleich drei verschiedene Fleischsorten inkl. Schweinehaut mit Haaren .

 

MONATE muss es her sein, seit wir das letzte Mal einen Fahrradweg gesehen haben! Ehrfurchtsvoll fahren vielleicht gerade mal einen Kilometer darauf, dann ändert er die Richtung und wir müssen uns wieder mit stinkenden Lastwagen die Straße teilen.

 

Hier einmal das ganz normale Bild, wie Jan auf Karina wartet. Schon nach kurzer Zeit bildet sich eine Menschentraube um ihn – ziemlich egal wo wir gerade sind – und fragt ihn die immer gleichen Fragen: Woher, wohin, wie viele Kilometer, wie ist das mit dem Geld, was kostet das Fahrrad…? So lässt sich zwar gut Spanisch lernen, doch manchmal wäre es schön, nicht IMMER automatisch eine Person des öffentlichen Lebens zu sein. Man könnte sich die Sache ja interessanter gestalten und jedes Mal etwas anderes erzählen – zu dumm nur, dass die Leute das dann tatsächlich glauben. Ein anderer Reisender muss wohl auf die ebenfalls beliebte Frage „Habt ihr einen Motor?“ verzweifelt mit „Ja!“ geantwortet haben, denn von diesem fortschrittlichen Radler bekommt Jan heute erzählt

 

12. & 13.02.13 Zwischen Armenia und Ibagué
Nach einer Pause mit dem Luxus eines Hotels starten wir spät, aber ausgeruht zu einer Tagestour, von der so ziemlich jeder hier in der Gegend mit Respekt spricht: Es geht um die Überquerung der Linea, in der so mancher LKW nur mit durchdrehenden Reifen um die steilsten Kurve kommt. In 30 km erhebt sich die Straße von 1400 auf 3250 Höhenmeter und damit auf den höchsten Punkt unserer bisherigen Reise – schon bald werden wir aber noch um einiges höher kommen .

Sintflutartiger Regen und der Wunsch, etwas Neues zu probieren, treiben uns in die Stube eines kleinen Ladens. Völlig verfroren probieren wir “Panela con Queso, einen Rohrzuckertee, zu dem man tatsächlich ein dickes Stück jungen Käse bekommt, welchen man mitten in den Tee rutschen lässt und dann angeschmolzen wieder heraus fischt. Klingt auch für uns komisch, schmeckt jedoch tatsächlich super .
Anschließend werden Karinas Wünsche erhört und ohne unser Zutun lädt uns die Besitzerin ein, doch lieber in einem Schuppen von ihr zu übernachten und morgen bei besserem Wetter weiterzufahren.

 

Neben der Straße entdecken wir unseren ersten Kaffeebusch MIT Blüten. Wer hätte gedacht, dass diese Pflanze einen so betörenden Duft hat?!

 

08.02.13 Armenia
Karina hat ihren Flug nach Neuseeland gebucht und wird daher definitiv am 01.04. (kein Scherz ..) fliegen. Jan spielt erst noch einige Tage mit dem Gedanken, alleine bis Bolivien weiter zu fahren, bucht dann jedoch ebenfallls seinen Flug. Zeitgründe, vor allem die Gesamtlänge der Reise, die günstigere Jahreszeit, um in Neuseeland zu arbeiten, aber auch mehrere aktuelle Überfälle auf (Fahrrad-) Reisende machen diese Entscheidung aus.

 

Seit dem Hurrikan in Belize hatten wir nicht mehr so starken Regen, wie heute! Selbst auf Straßen mit einem Gefälle von 5% türmt sich das Wasser noch fast 10 cm auf.

 

07.02.13 Nach Pereira
„Ausnahmsweise“ wurden wir heute auf das Grundstück einer Kaffeefarm gelassen, als wir nach einem Zeltplatz fragen. An die anfängliche Skepsis schließen sich ein Abendessen, eine Führung durch das Gelände, ein Gästezimmer und Frühstück an…

 

In der Nacht leistet uns ein besonderer Gast Gesellschaft… Bisher sahen wir Vogelspinnen nur in der Natur.

 

06.02.13 La Virginia
Danke an die Feuerwehr von La Virginia, die uns in unserer heutigen Not, eine Bleibe zu finden, geholfen hat ! Wir wurden so nett aufgenommen, dass wir am liebsten Feuerwehrmann und – frau geworden wären… wäre da nicht ein anderes Vorhaben vorrangig .

 

Das erste Mal finden wir „Stevia“ in seiner natürlichen Form! Dabei handelt es sich um eine Pflanze mit unglaublich starker Süßkraft, die ursprünglich aus Brasilien und Paraguay kommt. Sie hat weder Kalorien, noch verursacht sie z.B. Karies. Nachdem lange die Zuckerindustrie gegen diese gesunde Alternative gekämpft hat, ist der Süßstoff aus dieser Pflanze nun endlich auch vor kurzem nach Europa gekommen. In Asien und Südamerika nutzt man Stevia bereits seit Generationen…

 

Schon seit einige Zeit kommen wir in den Genuss zwei neuer Fruchtsorten! Tomate de Arbol (Baumtomate), mit der man leckere Getränke mixen kann und Granadilla, die im Geschmack der Maracuja gleicht, sofern man das Saure wegnimmt, das fruchtig-süße jedoch lässt. Zweifelsohne ist die Granadilla unsere momentane Lieblingsfrucht!

 

Daran können wir uns durchaus gewöhnen: Almuerzo (Mittagstisch) á la Colombia! Für etwa 1,80 -2,50 € essen wir gerade fast täglich in unserer Mittagspausen ein Menü aus einer leckeren Suppe, einer Hauptspeise aus Reis, Banane oder Yuca, Fleisch, Salat und einem natürlichen Fruchtsaft!

 

05.02.13 El Tabor
Wir schlafen das erste Mal in einer Schule. Wir taufen sie „Schule über den Wolken“. Woran das wohl liegt…?!

 

Achtung Gefahr (= PELIGRO)!! Gefährlicher Fahrradfahrer voraus!

 
Karina? Die ist gleich da  

04.02.13 Nach La Pintada
Wir suchen wie immer am Abend eine Bleibe, aus einer Einfahrt werden wir aufmerksam angeschaut und ohne uns abzusprechen bleiben wir stehen. Da kommt uns schon Leon, der Besitzer des Hauses entgegengelaufen und fragt uns mit seinen Freunden Sandra & Luis, Luis, Jonathan & Louisa interessiert aus. Wir werden nicht nur zum Übernachten, sondern auch zu Karinas heller Freude zum Sancochoessen, einer traditionellen Suppe aus u.a. Kartoffeln, Yuca und Fleisch eingeladen. Später kann Karina dank Leon endlich mal wieder Salsa tanzen

Hier zeigt Karina vorneweg den schwachen Männern mal wie man richtig einen Berg hoch fährt… gemütlich und Stück für Stück eben

Wir sind gerade noch dabei, unser Frühstück zu beenden, da erspähen wir einen Fahrradreisenden auf der Straße und schnappen ihn uns sofort, um ihm einen Kaffee in die Hand zu drücken. Er ist gerade mal der zweite Japaner, den wir auf unserer Reise treffen und hat den gleichen Namen, wie der Erste: Hiro :). Leider hatte er in Kolumbien weniger Glück als wir: man stahl ihm in Medellín aus dem Abstellraum eines Hostals sein Fahrrad.

Die Weiterreise setzen wir gemeinsam fort, trennen uns jedoch schon am späten Nachmittag wieder, da er den kürzeren Weg in den Süden, wir heute jedoch den schöneren (trotz Höhenmetern) bevorzugen.

 

02.02.13 Nach Caldas
Die in Kolumbien berühmte Freundlichkeit der „Antioquianer“ (Bundesstaat) macht sich gleich bei der ersten Schlafplatzsuche nach unserer großen Pause bemerkbar. Bei Fanny, Miguel Angel, Wilfer, Maria Fernanda & John Edison verbringen wir weit ab der Straße einen sehr herzlichen Abend, an dem die Familie das Wenige, was sie hat, freudig mit uns teilt.

Ein wenig Nachhilfe in Freundlichkeit braucht der Hund der Familie, der, gescholten weil er Essen vom Tisch klaute wollte, Jan in die Hand beißt.

Am nächsten Morgen können wir uns kaum losreißen, Jan bringt Maria Fernanda etwas Gitarre spielen bei und die Kinder gehen mit uns auf Fotosafari. Zum Abschied begleitet uns die ganze Familie und Miguel schiebt uns sogar die Fahrräder durch den Fluss, den wir überqueren müssen, damit wir nicht wie gestern unsere Schuhe ausziehen müssen



Itagui
Hier ein Beweis für die außerordentlich vitale Natur Kolumbiens: Die Natur sucht sich ihren Weg selbst auf Baustellen – hier in Form einer Bananenpflanze

Immer wieder haben wir uns aus Platzmangel dagegen entschieden oder keine halbwegs Spielbare gefunden. Heute kaufen wir jedoch aller logistischer Probleme zum Trotz eine Kindergitarre, auf dass Jan sich einiger alter Pfadfinderlieder erinnern kann und uns ein wenig Musik ins Leben bringt .

San Antonio de Prado
Heute fahren wir also endlich weiter!! Noch einmal einen riesengroßes Dankeschön an Manuel, Marta und Manuel, die uns über einen Monat bei sich aufgenommen haben! Impressionen unseres Aufenthalts kann man auf ihrer Homepage finden:

klick!



25.01. – 01.02.13
Juhuuuuu unsere neue Festplatte ist da!!! Was Mr. Ebay uns für 2 Wochen früher zugesagt hatte, ist immerhin überhaupt noch angekommen... Karina telefonierte gestern mit der Post von Medellín und durfte das Paket heute selbst abholen, denn sonst hätte es noch weitere 3 Tage gedauert.
Nachdem wir beim örtlichen Computerladen Schraubenzieher ausgeliehen haben, um das gute Stück einzubauen kommt der erste Schock: Durch einen Festplattenschutz aufgrund mangelhafter Formatierung können wir die Festplatte zuerst nicht benutzen und bereuen es bereits, unsere Hoffnungen auf eine gebrauchte Festplatte (bzw. einen zweifelhaften Verkäufer) gelegt zu haben.
Das Problem lässt sich lösen, doch immer wenn Jan gerade einen Schritt weiter gekommen ist, stellt sich ihm ein neues in den Weg. Es kostet ihn viele Nerven, lange Internetrecherchen und Telefonkonferenzen mit unserem befreundeten Computercrack Michael in Deutschland (DANKE!), bis endlich wieder alles richtig installiert und aktuell ist.

Wir lernen die mandarinengroße Frucht Lulo kennen, aus der man gekocht oder roh besonders gut ein Fruchtsaftgetränk machen kann. Der Geschmack ist fast identisch mit der in Deutschland eher bekannten Stachelbeere. Schön, dass es mal eine Frucht „quasi“ auch in Deutschland gibt .

30.01.13 San Antonio de Prado
Durch unseren langen Aufenthalt haben wir das Glück, schon wieder eine neue Radreisende kennen zu lernen: Anna aus Australien, die alleine reist und definitiv eine Vorliebe für abgelegene und schlecht beschaffene Straßen hat . Ihre Reiseerlebnisse findet ihr unter

http://www.wishfish.org

.

23.01.13 San Antonio de Prado
Für alle, die ein wenig schmunzeln wollen und Spanisch sprechen bzw. den Google Translator o.ä. kennen: In einer Zeitung aus Panama ist ein langer Artikel über uns erschienen. Er ist durchaus gut geschrieben, jedoch hat der Autor leider kurz vorher mit einem anderen Fahrradreisenden gesprochen und die Fakten ein wenig zusammengewürfelt… Bitte nicht wundern, Jan ist übrigens die Kurzform für Januar...
Dafür <a href="http://www.laestrella.com.pa/online/impreso/2013/01/11/america-en-bicicleta.asp">DIESEN LINK</a> anklicken!

 

Gäbe es hier einen Verbraucherschutz, würde dem bei diesem Produkt wohl der Atem stocken: Wir kaufen das Lügenmüsli „Rote Früchte“. Statt den erwarteten Erdbeeren, Himbeeren o.ä. stellen sich die roten Stückchen jedoch als mit Farbstoff eingefärbte Nüsse heraus…

19. – 21.01.13 Medellín
Unser fünftes Jubiläum suchen wir uns Wandersachen zusammen und brechen in den Naturpark Arvi in der Nähe Medellins auf. Mit einer Kabelbahn fahren wir aus der Stadt bis über 3000 m Höhe und bestaunen bereits bevor wir den Park betreten die völlig veränderte Vegetation von oben. Nach mehreren Wochen in einem Haus ist es wunderbar, mal wieder in der Natur zu sein und im Zelt – UNSEREM Haus – zu schlafen.

Wir stehen gerade mitten in unserem momentanen Naturparadies auf, da kommt ein Hund auf uns zugelaufen. Mitten im nirgendwo steht  also dieser edle, alte Hund vor uns und raubt bereits nach Minuten unsere Herzen. Wir können nicht anders, als unsere wenigen Vorräte mit ihm zu teilen und Karina nennt ihn aufgrund von Speiseplan und anmutenden Bewegungen "Graf Striezel". Ritterlich steht er uns den gesamten Wandertag zur Seite, bis wir ihn am Abend bei der Nationalpolizei, die bereits mehrere Hunde aufgenommen hat, zurücklassen müssen.

Wer Tiere quälen mag und gerade keinen Käfig zur Hand hat, sollte sich diese Lösung mal ansehen – der Torpapagei… :/

Zwei Monate hat sich Jan nun einen Vollbart wachsen lassen, um auch diese Erfahrung mal zu machen. Nun reicht es! Er steht ihm nicht, er mag ihn nicht und er stört. Das Entfernen in einzelnen Schritten mitten im Naturpark und das befreiende Gefühl danach sind jedoch lustig .

17.01.13  San Antonio de Prado
Raul (ESP) und Marta (PL) mit denen wir einige Tage im Casa de Ciclista gewohnt haben, fahren heute weiter mit ihren recycelten Rädern auf ihrer Reise nach Argentinien. Danke Raul für 2,5 l selbstgemachte Chilesoße

15.01.13 San Antonio de Prado
Juchee!! Wir haben einen Ofen ! Jan nutzt das aus und macht Pizza für alle.

14.01.13
Seit zwei Wochen leben wir im „Casa de Ciclista“ bei der lieben kolumbianischen Familie Manuel, Marta & Manuela und vielen anderen reisenden Radfahrern verschiedener Kontinente.  Natürlich gehört zu den Einrichtungsgegenständen eine „Bicimaquina“, auf der man sich ökologisch-praktisch-gut  Fruchtsäfte erradeln kann
Unsere Räder sind rundum gewartet, die Umgebung erkundet, wir wunderbar ausgeruht - jetzt fehlt nur noch die neue für unser kaputtes Netbook und es kann endlich wieder los “fahren“ :-). Dank eines geliehenen Computers der Familie können wir glücklicherweise trotzdem arbeiten: der Reisebericht von Costa Rica ist fertig, die Etappen neu geordnet und Aktuelles erweitert  !
 

11.01.13 Medellín
Vielleicht erinnert sich noch jemand: Vor fast einem Jahr ließen wir unsere Winter- und Regensachen in Mexiko Stadt bei der lieben Familie David, Alma und David jr. „Ohne größeren Aufwand“ sollten die Sachen uns dann nach Kolumbien nachreisen… Glücklicherweise vor dem Versen den fand David heraus, dass – wieso auch immer – gebrauchte Kleidung nicht über den Zoll geht. Um unsere Sachen trotzdem nach Kolumbien zu bekommen, gab er sie einem Firmenkollegen aus Kolumbien ins Flugzeug mit. Dieser schickte sie dann nach Cali zu Deicy, der Schwester von Lilli aus New Mexico (siehe 04 – 07.12.11 im Newsticker). Deicy und ihr Ehemann Willy sind jedoch nach Medellín umgezogen und so reiste das Päckchen mit ihnen noch einmal durch halb Kolumbien.
Heute besuchen wir die beiden, um dankbar das weit gereiste Paket in Empfang zu nehmen. Außerdem treffen wir die Entscheidung, so etwas NIE wieder irgendwem abzuverlangen!


09.01.13 Medellín
Wir sind noch einmal in der Stadt und besichtigen unter anderem die Friedenstaube des berühmten kolumbianischen Künstlers Botero auf dem Antonio Platz. In ihrem Inneren versteckte FARC, die größte Guerillagruppe des Landes, einen Sprengkörper, der 23 Personen – darunter mehrere Kinder - das Leben kostete.
Botero stellte neben den Überresten eine Kopie der Taube mit der Botschaft auf, dass Kunst stärker ist, als Terror.

07.01.13 San Antonio de Prado/Medellín
Einem gesetzlichen Feiertag verdanken wir, dass heute ausnahmsweise mal die ganze Familie frei hat. Fast schon in kindlichem Eifer haben wir am Vortag gemeinsam eine große Fahrradtour geplant. Ziel sind die in den Bergen gelegenen Forellenteiche. Die Route ist nicht von schlechten Eltern: Etwa 10% Durchschnittssteigung mit stellenweise 20% auf steiniger Schotterstraße sind knackig, jedoch ist die Welt-Reise ohne unser Reisegepäck gleich so viel leichter .

Wir genießen den herrlichen Ausflug, Jan zeigt, wie man ohne Streichhölzer Feuer macht und anschließend grillen wir den Fisch.
Ein Freund der Familie ist zufällig ebenfalls da und so bekommt Jan einen Wunsch erfüllt, den er sich bisher aus ökologischen Gründen selbst nicht erfüllen wollte: Er darf Quad fahren

05.01.13 Medellín

In Medellín soll es angeblich die schönste Weihnachtsbeleuchtung Lateinamerikas geben. So gehen wir also das erste Mal in die Innenstadt. Teilweise ist uns diese etwas ZU bunt und ZU viel, andernorts aber auch wirklich kreativ und beeindruckend. Insgesamt eine sehr lebendige Stadt mit viel Kunst und viel Treiben, die uns, obwohl wir sonst eher wenig für Städte übrig haben, wirklich gut gefällt. Wie wir allerdings schon vorher hörten sind hier auch immer wieder völlig fertige Obdachlose zu finden, von denen sich fast alle, die wir gesehen haben, ins Nirvana schnüffeln.

01.01.13 San Antonio de Prado
Louis, momentan unser Nachbar, ist ebenfalls fahrradbegeistert und bricht heute nach Ushuaia in Argentinien auf, von wo er zurück nach Hause radeln möchte. GUTE REISE !

01.01.13 San Antonio de Prado/Medellín
Trotz einer kurzen Nacht treten heute Hardy und Alena, sowie Susi und Matt die Weiterreise an. Manuel und Marta arbeiten praktisch jeden Tag von früh bis spät in ihrem Fahrradladen und so sind wir das erste Mal allein im Haus.

Nach langem Suchen in der Stadt haben wir nun die traurige Gewisseheit: Die Festplatte, die wir für unseren Computer brauchen, gibt es in ganz Kolumbien nicht und so bleibt als einzige Lösung die kostspielige und zeitaufwändige Bestellung aus den USA. Damit ist klar, dass wir nun erst mal jede Menge Zeit haben... Glücklicherweise stellt uns Manuela, die Tochter des Hauses, ihren Laptop zu Verfügung, wodurch wir wenigstens die Zeit sinnvoll mit Aktualisierungen auf der Homepage und dem Schreiben des Tagebuches nutzen können.  


 
   
 
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