nie-mehr-radlos
  2. Quartal 2012
 
   

30.06.12 Escárcega
Die Präsidentenwahl in Mexiko rückt näher. Im Supermarkt finden wir den Hinweis, dass es rund um den Wahlsonntag keinen Alkohol zu kaufen gibt und halten das für eine sehr beruhigende Neuigkeit.

 

Panaderias (Bäckereien) machen den Jan sehr froh - und die Karina ebenso . Es muss mal erwähnt werden, dass die reiche Auswahl an günstigen und leckeren Backwaren unser tägliches Fahrradleben deutlich versüßt.

 

29.06.12 Chable
Bei der täglichen Standardbeschäftigung an der Wassertankstelle verzeichnen wir durch das heiße Klima einen deutlich höheren Verbrauch. An einem einzigen normalen Tag trinken wir bereits 12 Liter. Ob das noch der Euronorm entspricht??

 

28.06.12
Mit dem Übertreten der Bundesstaatsgrenze zu Tabasco und zehn Kilometer weiter zu Campeche sind die Menschen wie ausgewechselt. Von dem Rassismus, der uns in Chiapas entgegengebracht wurde, ist überhaupt nichts mehr zu spüren - vielmehr wieder die normale Freundlichkeit der Mexikaner! Krass, welch große Gegensätze im gleichen Land direkt nebeneinander liegen können.

 

25.06.12 Palenque
Ganz schön beeindruckend, wenn mitten im chaotischen Dschungel, der voller riesiger grüner Bäume, Lianen, Kletterpflanzen und Orchideen ist - die wir in Europa nur im Wohnzimmer stehen haben - laute Geräusche von Brüllaffen, Grillen und Vögeln dringen und plötzlich wie aus dem Nichts riesige Steintempel vor unseren Augen auftauchen…! Besagte Brüllaffen dürfen wir aus nächster Nähe über uns auf einem Baum beobachten! Wenig später wanken wir über eine Hängebrücke, die uns zu einem der schönsten Wasserfällen unserer Reise führt: mitten im Dschungel gelegen läuft hier das Wasser über viele von Wasserablagerungen entstandene Stufenbecken. Hmmm – Welcome to the Jungle! :-)


Neben diesen Riesenblättern kommen wir uns vor, wie in „Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“…

 

24.06.12 Misol-Ha
Durch einen kleinen Umweg kommen wir zu einem großen Wasserfall, umgeben von Dschungelpflanzen. Ein Pfad führt erst hinter dem Wasserfall vorbei und dann auf wasserüberlaufenen Stufen in eine Grotte, in der neben Fledermäusen und Süßwasserkrebsen mit Taschenlampenlicht zwei weitere Wasserfälle zu finden sind.
Definitiv sehenswert!

 

22. - 24.06.12 Chiapas
Täglich wird unser Umfeld fremder und wir spüren, dass wir nicht von hier sind. Wir fahren an Mayadörfern vorbei und hören das erste Mal Tzotzil, die Sprache der Mayas.
Zeitgleich ändern sich jedoch auch die Reaktionen der Menschen, vor allem Kinder, auf uns. In jedem Dorf werden wir aufgrund unserer Hautfarbe als Gringos (Amerikaner) beschimpft, nach Jan wirft ein Junge eine Bananeschale, Karina erfährt das Gleiche mit einem Eiswürfel. Es fällt uns immer schwerer, Unbekannten neutral oder wie sonst freundlich entgegenzugehen. Die Beleidigungen wollen wir nicht auf uns sitzen lassen und so stellen wir Leute zur Rede. Meistens sind sie jedoch so verblüfft, uns plötzlich vor sich zu sehen, dass sie peinlich berührt kein Wort mehr herausbekommen.

Gründe für einen so stark in dieser Region verbreiteten Rassismus gegen Amerikaner (dummerweise gelten hier aus Bildungsmangel ALLE Weißen als Amerikaner) können wir nur erahnen. Ein Stück weit verantwortlich sind bestimmt die Zapatistas, eine rebellische Vereinigung, die sich für die Rechte der Indigenen Bevölkreung einsetzt

 

Wir treffen zufällig erneut auf Zack (s.u.) und fahren den Tag gemeinsam weiter. Als Jan und er für eine Weile ein Stück voraus fahren, hält ein Auto mit zwei Männern an. Der Fahrer zu Jan: „Gib mir 200 Pesos!“ Jan: „Warum?“ Er: „ Damit ihr weiter fahren dürft!“
Jan ist zwar baff, auf einmal in einer Art Überfall zu stecken, aber nicht völlig sprachlos. Er antwortet, dass er nichts bezahlen wird und das übrigens für ein sehr schlechtes Benehmen hält. Daraufhin schauen ihn die Männer böse an, fahren jedoch weiter. Puh! Noch mal gut gegangen. Die hinterher fahrende Karina sprechen sie übrigens nicht mal mehr an…

 
22.06.12 Chilon
Während eines plötzlichen Regengusses suchen wir Schutz in einem kleinen Supermarkt und versorgen uns mit Motivationsnahrung. Als der Regen weniger wird, fahren wir weiter. Nur etwa einen Kilometer später beginnt es so stark zu regnen, wie nie zuvor auf der Reise. Jan fährt einen Berg runter, seine Bremsen funktionieren jedoch bei dem Regen nicht mehr richtig und so kann er nicht anhalten. Karina bleibt zurück. Völlig durchnässt aber wohlbehalten erreicht er nach der Abfahrt ein Vordach und ist sprachlos WIE VIEL es doch Regnen kann. Mit der Zeit wird ihm kälter und es wird später, Karina kommt und kommt aber nicht. Jan macht sich Sorgen, immerhin müssen auch ihre Bremsbeläge bald gewechselt werden… Über eine Stunde später trifft endlich auch  Karina ein. Sie hat bei lieben Leuten Unterschlupf gefunden und wurde sogar auf einen warmen Kaffee und eine Frucht eingeladen. War ja eigentlich klar - um Glückskinder muss man sich eben keine Sorgen machen… Glücklich geht der Tag auch aus, denn der Besitzer des benachbarten Rohbaus, Don Vicente, gestattet uns dort Obdach.
 
21.06.12 Ocosingo
Ungefähr folgendermaßen sieht unsere momentan häufigste Übernachtungsweise aus. Ein Bett, drum herum alles voller Gepäck und Fahrräder und das Wichtigste: ein Ventilator, der es uns gestattet, in dieser heiß-schwülen Zeit zu schlafen.
 

18. & 19.06.12 San Cristobal de las Casas
Sintflutartiger Regen und ungewohnt niedrige Temperaturen aufgrund von 2.100 m Höhe bestätigen uns darin, einen Pausentag einzulegen. Endlich gibt es mal wieder einen Warmshowers Nutzer, der uns die erste Nacht in seinem Hostal umsonst wohnen lässt, obwohl er nicht mal vor Ort, sondern selber auf Fahrradreise ist Auf Warmshowers ist eben Verlass! Witzig, dass wir dort angekommen auf Deutsch begrüßt werden. Anne macht auf ihrem eigenen Weg durch Mexiko hier Station, um zu arbeiten.Trotz weiter anhaltendem Regen zwingen wir uns zu einer Stadtbesichtigung. Mit Flipflops treffen wir definitiv die richtige Schuhwahl, denn jegliche Straßen sind zu 15 cm tiefen Flüssen geworden. WOW!
Karina findet einen schönen, authentischen Pullover - immerhin finden wir später dasselbe Muster in anderen Farben an mehreren Einheimischen. Indigene Mädchen nehmen uns ansonsten aber jegliche Shoppinglust, indem sie uns mit ihren Waren verfolgen und diese in monotoner Stimme immer wieder gleich anpreisen.

 
Von Tuxtla Gutierrez fahren wir weiter, vorbei am Cañon de Sumidero, auf eine Höhe von 490 m. Anschließend beginnen wir eine lange Kletterpartie inmitten der Mittagshitze in Richtung San Cristobal des las Casas, für das wir einen 2.300 m hohen Berg überwinden müssen. Bei einer Essenspause treffen wir auf den Radfahrer Zack aus Guam (eine Insel in der Nähe der Philippinen, jedoch Teil der USA), der noch bis Kolumbien fahren möchte. Plötzlich einsetzender Regen zwingt uns zur Weiterfahrt. Zack zeigt uns, dass er es mit dem „alles aus eigener Muskelkraft“ nicht so ernst nimmt und hängt sich an einen langsamen LKW, um den Berg schneller hinter sich zu bringen. So geht es natürlich auch .

Als der Regen immer stärker wird, stellen wir uns einige Kilometer weiter durchnässt unter einer Brücke unter, was jedoch aufgrund des starken Windes wenig hilft. Es wird immer später und wir müssen uns eingestehen, dass wir nicht mehr bei Tageslicht ankommen können. Vor Ort an einem steinigen Steilhang Zelten, über den vor lauter Regen Schlammmassen fließen, ist jedoch auch keine Option. Schweren Herzens (alleine wäre Jan definitiv weiter gefahren) entscheiden wir, den goldenen Daumen auszustrecken. Erstaunlich kurze Zeit später hält ein knallgelber VW T1 Kleinbus, aus dem Erick und Mario steigen. Platz haben sie in ihrem Bus kaum, dafür große Herzen! Irgendwie zerren wir gemeinsam unsere schlammig-nassen Fahrräder samt Ausrüstung in Ericks sauberen Bus. Um die schönen Sitze machen wir uns mehr Sorgen als er - „das ist jetzt nicht so wichtig.“. Ob solche Menschen wohl häufig in Deutschland zu finden sind? Völlig durchgefroren durch den Regen und die geöffnete Tür für einen herausschauenden Reifen, aber glücklich, fahren wir also in Richtung Tagesziel. Nur wenig später sehen wir Zack wieder, der nicht lange genug am LKW bleiben konnte. Wir halten wenigstens um Hallo zu sagen. Erick hat eine Schwäche für Radfahrer, da auch sein Sohn Mountainbiker ist. So schafft er es irgendwie, auch noch Zacks Fahrrad außen am Bus festzubinden und wir gelangen alle gemeinsam glücklich in die Stadt. Als Dankeschön wollen wir Erick im Anschluss auf einen Kaffee einladen, er dreht den Spieß aber um und lädt uns für den nächsten Tag zu sich und seiner Familie ein. Dort stellt sich heraus, dass er ein wirklich talentierter Poet ist. Was sich nicht alles hinter den Fassaden der Menschen vebirgt!

17.06.12 Tuxtla Gutierrez
Wer unsere Reise schon länger verfolgt, kann sich vielleicht erinnern. Als wir im isländischen Hochland auf der Flucht vor einem Sturm waren, sind wir zufällig in ein Filmcamp geraten. Dort wurde kurz zuvor der Kinofilm Prometheus gedreht. Schon damals nahmen wir uns vor, diesen Film aufgrund des persönlichen Bezugs anzusehen. Ebendiesen schauen wir uns heute im Kino an - in 3D:). Die ersten Minuten zeigen wunderschöne Aufnahmen von Island, der Rest des Filmes spielt sich leider auf wenigen hundert Metern ab. Wenn der Film auch eine „Alienfilm-typisch“ flache Handlung hat, können wir immerhin behaupten, dort Rad gefahren zu sein, wo auch Aliens ihr Unwesen getrieben haben

16.06.12 Dschungel
Was man nicht so alles entdecken kann, wenn man eine Toilettenpause im Dschungel macht . Unsere Leser müssen sich wohl darauf einstellen, in nächster Zeit öfter Bezeichnungen wie „so groß wie nie zuvor“, „das erste Mal im Leben“ etc. zu lesen…

 

Jan erforscht gerne Höhlen - das ist kein Geheimnis . So muss natürlich der gesamte Tageplan über den Haufen geworfen werden, als er direkt neben der Straße eine viel versprechende Öffnung sieht, über der freundlicherweise auch noch Cueva (dt. Höhle) steht. Ein Ort zum Verstecken ist leider nicht in Sicht. Karina erklärt sich netterweise bereit, draußen zu bleiben und auf die voll bepackten Räder am Straßenrand aufzupassen. Die ersten Meter stellen sich als die unangenehmsten heraus, denn diese wurden mit einer Toilette verwechselt. Dann folgt eine kleine Öffnung, durch die man gerade hindurchschlüpfen kann, gewissermaßen die Versicherung, dass unverantwortliche Menschen (z.B. besagte Toilettengänger) draußen bleiben. Dahinter herrscht völlige Dunkelheit. Jans Taschenlampe strahlt auf weiße Wände, Stalaktiten und Stalagmiten von bis zu einem Meter Durchmesser. Fasziniert geht er weiter, im Hinterkopf immer den Weg zum Ausgang im Gedächtnis. Fledermäuse fliegen um seinen Kopf und weit entfernt hört er sogar einen Fluss, der durch den Berg fließt. In einer Nische über sich findet Jan ein großes Nagetier, das ihn wenig zu fürchten scheint. Nach einiger Suche findet er einen serpentinenartigen Kletterpfad hinab zum Fluss. An der Wand entdeckt er riesige Spinnen, die er aufgrund ihrer scherenartigen Vorderbeine Skorpionspinnen tauft und sich wie ein Entdecker vorkommt (In einem Tierkundebuch werden wir Wochen später lesen, dass es sich um eine „Höhlenspinne“ handelt. Ein etwas einfallsloser Name …). Jan erspäht einen kleinen See und möchte liebend gerne wissen, wie weit es auf der anderen Seite noch weiter geht. Allerdings bleibt ihm dies zu erforschen nicht vergönnt, denn er muss die „Notvereinbarung“ mit Karina einhalten, die ihn nach einer bestimmten Zeit zur Rückkehr zwingt. Ein letztes Highlight bietet sich ihm, als er eine Bewegung direkt vor seinen Füßen wahrnimmt. Jan sieht die erste Vogelspinne seines Lebens in freier Wildbahn!
Zurück am Höhleneingang begrüßt Jan wie ein kleiner Junge strahlend und lehmverschmiert Karina und berichtet stolz von seinen Erlebnissen.


14.06.2012 Raudales de Malpaso
Durch unsere Ankunft mitten in der Nacht sind wir am nächsten Tag spät dran und entscheiden uns, lieber einen Tag länger zu bleiben. Auf der Straße kommen wir uns so fremd vor wie noch nie. Wirklich JEDER starrt uns an, als wären wir nicht von dieser Welt - sind wir wohl auch nicht, denn wann verirrt sich schon mal ein Ausländer in ein Dorf direkt im Dschungel, dass noch nicht einmal an der Hauptstraße liegt?! Wir sind uns sicher, dass am Abend das ganze Dorf weiß, was Jan fürs Abendessen gekauft hat...
Gerade als wir uns bettfertig machen, hören wir ein Rascheln und Schaben über uns. Jan, nichts Böses ahnend: „Hör mal, da kommt der Weihnachtsmann.” Wenig später entpuppt sich der „Weihnachtsmann” als Einbrecher, der gerade unseren Lüftungsschacht herunterklettert. Schwuppdiwupp sind wir wieder hellwach! Karina schreit ihm etwas entgegen, Jan bewaffnet sich und hält die beiden Fenster im Auge. Karina rennt zur Hotelleitung, um Hilfe zu holen. Dort steht bereits die Polizei und Schaulustige starren aufs Dach - ein anderer Hotelbewohner hatte bereits etwas Verdächtiges auf dem Dach gehört und die Polizei alarmiert. Die Einbrecher scheinen zu zweit zu sein, einer ist bereits gefasst. Nachdem noch einige Male die Polizei und die Hotelleitung bei uns ein und aus gegangen ist, kehrt wieder Ruhe ein. An Schlaf ist jedoch nicht zu denken. Irgendwie passend - der Ort in dem wir uns befinden heißt auf Deutsch übersetzt „Fehltritt”...

 

Eine für uns bisher unbekannte Frucht schafft es beim ersten Probieren sofort zu unseren Top Favoriten! Das Äußere der Rambudan (die richtige Bezeichnung ist Rambutan) ist einzigartig, das Fruchtfleisch und der Geschmack ähneln sehr einer Litschi, die Rambudan ist jedoch etwas knackiger und saftiger.

Am Wegrand finden wir eine äußerst seltsame Frucht. Karina meint sich zu erinnern, dass sie essbar ist. Um auf Nummer sicher zu gehen, fragen wir bei einer Ranch nach. Karina behält Recht. Wir erfahren, dass es sich um eine Marañon - handelt und probieren. Der Geschmack ist jedoch sooo seltsam, dass es uns egal ist, ob man diese Frucht essen kann - WIR können es jedenfalls nicht

 

Temperaturen von bis zu 52 Grad in der Sonne in Kombination mit deutlich erhöhter Luftfeuchtigkeit machen uns das Leben zur Hölle - im wörtlichen Sinne. Auch nachts kühlt es kaum ab, was im Zelt schlafen unerfreulich und äußerst unerholsam macht. Unser Treibstoff besteht aus mindestens 3 Komponenten: Essen, Trinken und Schlafen. Da Letzteres nicht mehr gewährleistet ist, planen wir nun auch bezahlte Unterkünfte mit Belüftungsmöglichkeiten ein. Das Glück ist uns trotzdem hold: in Hotels haben wir bisher noch kaum geschlafen, da uns die Personen, die wir nach günstigen Unterkünften fragen, oft direkt zu sich nach Hause einladen - Ventilator inklusive.

Erneut befinden wir uns in einer Phase, in der wir weniger schreiben und mehr radeln. Immerhin wollen wir noch das grüne Chiapas kennen lernen und dennoch pünktlich zum 10.07. Karinas Vater vom Flughafen in Cancun abholen. Wir sind uns dessen bewusst und werden unseren Aktualisierungspflichten so bald wie möglich nachkommen! :-)

 

13.06.12 Raudales de Malpaso
Heute fahren wir den gesamten Tag durch den Dschungel. Um die nächste Stadt zu erreichen, müssen wir 125 km fahren - für Karina die längste Tagesetappe der Reise. Nach etwa 100 km wird es bereits dunkel. Eigentlich ist es in Mexiko nicht ratsam, jetzt noch weiter zu fahren, doch wir brauchen Wasser und eigentlich erhoffen wir uns auch einen Ventilator für die schwüle Nacht. Nach weiteren 15 km hält ein Wagen in der Dunkelheit vor uns. Vier Männer steigen aus und kommen auf uns zu. Ein Überfall? War ja klar! Selber schuld, jetzt noch auf der Straße zu sein! Die Männer grüßen freundlich und erklären uns, sie seien der freiwillige Hilfstrupp, der sich darum kümmert, dass es allen auf der Straße gut geht. Sie seien sich einig gewesen, dass wir Hilfe brauchen. Uns geht es gut, erklären wir ihnen, doch sie bestehen darauf, für unsere Sicherheit zu sorgen. Und so geht die Fahrt mit Supportfahrzeug samt Warnlicht hinter uns weiter. Karina ist bereits merklich erschöpft und langsam, die Anwesenheit unserer neuen Begleiter setzt sie zusätzlich unter Druck. Nach 22 Uhr erreichen wir dann endlich die Ausfahrt zum Ort, lassen ein paar Erinnerungsfotos mit uns machen, tauschen Kontaktdaten aus und freuen uns, dass es ins Dorfzentrum nun nur noch bergab geht. Um auf Nummer sicher zu gehen, dass wir auch wirklich zu einem Schlafplatz kommen, leitet uns unser Hilfstrupp bis zu einem Hotel. Die Krönung: Marcelo, einer der Männer, geht hinein, regelt alles und bezahlt schließlich das Hotelzimmer aus eigener Tasche - immerhin soll es uns ja gut gehen! Alles irgendwie sehr verwirrend... Wir bedanken uns noch einmal für die Hilfe und wünschen uns gegen 23 Uhr eine gute Nacht.

 

12.06.12 Los Choapas
Wir sind mal wieder auf der Suche nach der günstigsten Unterkunft der Stadt. Wir folgen einem Tipp, können jedoch den Eingang nicht finden und fragen daher bei einem Privathaus nach. Miriam und Jose begrüßen uns freundlich und sagen, dass wir auch gerne in ihrem Garten schlafen können, denn das wäre die ALLER-günstigste Übernachtungsmöglichkeit. Karina bedankt sich für das Angebot, erklärt jedoch, dass unser Zelt ohne Ventilator nachts 32 Grad hat und wir gut ausgeruht sein müssen, um gut Fahrrad fahren zu können. Miriam regelt unser Problem und so schlafen wir das erste Mal mit Ventilator IM Zelt.

Jose zeigt uns eine riesige Bohne, die in dieser Region „Macheton” genannt wird. Die grünen Bohnen haben eine weiße Hülle, die saftig süß schmeckt und roh gegessen werden kann. Der wahre Wert dieser Wunderbohne ist aber erst zu erkennen, wenn man die grünen Bohnen kocht! Diese schmecken dann wie die herrlichsten Kartoffeln. Die Sprossen in der Mitte hingegen haben den Geschmack von Sojasprossen.
Von nun an sucht Jan jeden Baum nach den tollen Matcheton-Bohnen ab. Nach zwei Tagen wird er endlich fündig - leider auf einem Privatgrundstück. Wir fragen nach und der Bauer klettert extra für uns mit seiner Machete auf den Baum. Hätten wir ihn nicht gestoppt, hätte er wohl JEGLICHE Bohnen vom Baum geholt. Echt lieb . Auf die Frage, was wir ihm schuldig sind, antwortet er „nichts”, obwohl er mit seiner Familie in einer Baracke wohnt. Diesmal akzeptieren wir keine Geschenke und bezahlen für den tollen Service. Außerdem beschließt Jan, sollte er nach er Reise keinen Job finden, will er mit genau diesem netten Bauern als ersten Angestellten ein Importunternehmen für Macheton gründen Das Abendessen wird ein Fest, immerhin hat man bereits in einer Schote Sättigungsbeilage, Gemüse UND Nachtisch .

 

Coatzacoalco
Nach langer Zeit freuen wir uns, endlich wieder am Meer zu sein und beschließen am Strand der Golfküste von Mexiko zu frühstücken. Der Anblick ist jedoch enttäuschend! Statt schönem Strand finden wir eine Müllhalde, Abwasserzuflüsse und braunes Wasser.

 

11.06.12 Coatzacoalco
Weil es schon spät ist, fährt Jan für die Schlafplatzsuche vor. Das erste Mal fragt er komplett allein auf Spanisch nach Schlafplatzmöglichkeiten und trifft auf Ariberto. Dieser will Jan sofort den Weg zum günstigsten Hotel zeigen, da er ohnehin in dieselbe Richtung muss. In der Nähe seines Hauses, fragt er, ob Jan nicht erst noch etwas Kühles bei ihm trinken will. Jan hat ein gutes Gefühl dabei und kommt mit. Kurze Zeit später hält er ein erfrischendes Agua de Jamaica (Eistee aus Hibiskusblüten mit Zucker) in den Händen und begrüßt seine Frau Anahy. Essen wird ihm auch sofort angeboten, doch er will zuerst den Schlafplatz sichern, um rechtzeitig am verabredeten Ort Karina zu treffen. Ariberto meint, dass wir eigentlich auch bei ihnen bleiben können. Gesagt, getan - klappt ja wunderbar heute. Und das komplett auf Spanisch .

 

09.06.12 Tierra Blanca
Wie unterschiedlich Mexiko doch sein kann! Vor Kurzem berichteten wir noch über die schlimmste Dürre seit 70 Jahren und nun sind wir in Wasser - äh Vera - cruz. Hier gibt es mehr Wasser als Land!

 

Wie gewöhnlich suchen wir abends eine Möglichkeit, Trinkwasser zu bekommen. Das einzige Haus weit und breit gehört Angel (dt. Engel), der uns Wasser schenkt. Um einen überdachten Schlafplatz zu bekommen, müssten wir schon bei ihm bleiben, sagt er. So wird es dann auch gemacht . Wir dürfen in einem Stauraum bleiben und bekommen einen Ventilator. Welch großen Gefallen er uns damit macht, werden wir erst in den nächsten Tagen spüren. Von nun an sind wir an einem Punkt der Reise angelangt, in dem unser größter Feind schwüle Hitze ist - besonders nachts. Unter freiem Himmel können wir nicht mehr schlafen, da sich der Himmel jeden Abend vor lauter bissiger Insekten verdunkelt. Im Zelt hingegen sind keine Insekten, dafür herrscht das gleiche Klima wie in einer Dampfgrotte. Wohl oder übel müssen wir von nun an Orte mit Ventilator finden...

 

08.06.12 Cotaxtla
Vor unseren Augen spielt sich eine traurige Geschichte ab. Ein richtiger Schwarm hungriger Geier hat einer armen Kuh ihr neu geborenes Kalb direkt nach der Geburt genommen. Noch am nächsten Tag steht die Kuh in der prallen Sonne und verteidigt ihr totes Kind gegen die Vögel, die von allen Seiten an dem Kadaver fressen.

07.06.12 Cotaxtla
Nun sind wir wohl wirklich in der Regenzeit angekommen! Am Abend bauten wir unser Zelt noch an einem idyllischen Fluss auf, am Morgen hat dieser sich nach den nächtlichen Regengüssen zu einem braunen, reißenden Strom entwickelt. Die unerträgliche Schwüle der Nacht halten wir für eine Ausnahme, doch nach zwei Tagen Talfahrt sind wir von nun an meist nur wenig über dem Meeresspiegel und damit in einem völlig anderen Klima.

 

05.06.12 Orizaba
Nach unserem kurzen Intermezzo mit dem erwähnten Eis- und Schlammfluss sind wir uns einig, dass wir reif sind, uns das erste Mal auf der Reise eine bezahlte Unterkunft zu gönnen. Praktisch, dass es zum nächsten Ort in etwa 45 km nur bergab geht, immerhin haben wir bereits den halben Tag bei unserer Ausrüstungs-Rettungsaktion verloren.

 

La Esperanza (dt. Hoffnung…)

Übernächtigt machen  wir uns an die Rettung unserer bis zur Unkenntlichkeit verschlammten Ausrüstung. Wir sind unendlich dankbar, so große Hilfe von der Bundespolizei erhalten zu haben und dürfen sogar noch Wasser, Schrubber und ein Gerüst zum Aufhängen der nassen Sachen benutzen. Wie wir das alleine geschafft hätten, wissen wir nicht.

04.06.12 La Esperanza
Falsch geparkt und weg gewasht! Am heutigen Tag haben wir den mit weiiiitem Abstand schlechtesten Schlafplatz der gesamten Reise ausgesucht!
Da es bereits dunkel wird, beeilen wir uns, einen Zeltplatz zu finden. Überall sind Felder, die wir nicht betreten wollen und es weht ein starker Wind. In einer Senke finden wir einen Wash (trockenes Flussbett), der windgeschützt und eben ist, wenn auch so steinig, dass wir unsere Heringe beim in den Boden hauen fast zerstören. Wir machen noch Scherze darüber, welch schlechte Idee es ist, in einem Wash zu schlafen. Bisher haben wir aber noch keine wirklich starken Regengüsse erlebt und machen uns daher keine weiteren Gedanken, auch wenn es sich gerade am Himmel dunkel zusammenbraut. Wir sind gerade damit fertig, das Zelt aufzubauen, als es bereits anfängt zu regnen. Und es regnet WIRKLICH! Dann hagelt es so stark, dass wir ernsthaft Angst um unser Zelt haben. Jan will unter der Zeltplane nachsehen, wie es draußen aussieht und hebt sie leicht hoch. Alles ist weiß vor Hagel! Sofort kommt eine kleine Flutwelle aus Eis und Schlamm in unser Zelt und setzt alles unter Wasser. Erst zögern wir noch eine Weile, da der Regen für eine Weile nachlässt. Dann drücken sich immer mehr Wassermassen in unser Zelt und es entsteht ein richtiger Fluss IN unserem Zelt. Wir überschlagen uns und räumen frierend und nass unsere Sachen auf einen Hügel. Dann packen wir irgendwie das Zelt zusammen und verfrachten alles auf unsere Räder. Währenddessen steigt und steigt das Wasser. Hätten wir nicht reagiert, hätte der Fluss unser Zelt vermutlich irgendwann weggespült. Gegen den Strom anschiebend arbeiten wir uns bei blitzerhelltem Himmel zum Ausweg des Washes vor. Gerade jetzt bekommt Karina auch noch irgendwoher einen Platten! Wir laufen also bis zur nächsten Tankstelle mit benachbartem Revier der Bundespolizei. Bei der Polizei fragen wir nach dem nächsten Hotel und erfahren, dass es viel zu weit weg ist. Ein Beamter bietet uns jedoch an, uns nach Feierabend dorthin mitzunehmen. Wir nehmen sehr gerne an und dürfen sogar drinnen warten. Nach einer Weile bietet man uns Kaffee an, später noch Gebäck. Im Gespräch werden wir nach unseren Finanzen gefragt. Daraufhin bieten die Polizisten uns einen Büroraum an, der erst am Morgen wieder genutzt wird und stellen uns sogar noch einen Heizlüfter ins Zimmer. Wer hätte gedacht, dass wir mal in einem Büro der mexikanischen Bundespolizei schlafen würden?!

03.06.12 Puebla
Tu etwas für den Planeten! Für kurze Wege gehe zu Fuß oder nutze das Fahrrad“ Das ist doch mal eine Bestätigung - auch wenn es in unserem Fall eben längere Wege sind

 

Ein Milchpulver, das uns so wenig schmeckt, dass wir es nicht mehr essen wollen, es uns gleichzeitig aber zu schade zum wegwerfen ist, bringt uns zu einem neuen Hobby: Milchpulverhunde suchen! Die Straßen sind voll von armen, unterernährten und oft verletzten Hunden - etwas, dass man in diesen Ausmaßen in Europa nirgendwo finden kann. Diesen armen Geschöpfen schütten wir immer wieder kleine Portionen „für die Extraportion Milch“ auf den Boden. Häufig können die Hunde diese freundliche Geste kaum glauben und man merkt bei jeder Bewegung, wie viel Schlechtes sie bereits von Menschen erfahren haben müssen. Milan Kundera sagte mal in dem Buch „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“, dass man Menschen einer Gesellschaft am besten danach einschätzen kann, wie sie mit ihren Tieren umgehen… Ein Armutszeugnis für Mexiko (in Richtung Süden wird es aber wohl ähnlich oder sogar noch schlimmer weitergehen).

01.06.12 Cholula
Bis vor wenigen Jahren wurden in Mexiko immer noch die charmanten VW Käfer hergestellt. Aus diesem Grund ist er auf diesen Straßen keine Seltenheit. Immer wieder überkommt vor allem Jan die Lust, für eine kleine Spritztour in so ein niedliches Gefährt zu steigen. Das Schicksal erhört uns, bzw. Manolo, Marios Bruder. Er besitzt einen Käfer, noch dazu einen wunderschönen und erklärt sich sehr gerne bereit, ihn uns für einen Tag zu überlassen! Wir fahren also morgens mit Manolo zur Arbeit und übernehmen dann die Schlüssel . Unser Ziel ist „Los Ahuehuetes“, ein Naturbad an einer Quelle mit Bäumen von bis zu vier Metern Durchmesser und das in einer fast wüstenartigen Umgebung! Ein märchenhafter Ort, der uns sofort gefangen nimmt.

30.05. - 02.06.12 Cholula
Heute trifft Karina ihre Vergangenheit wieder. Vor zehn Jahren lebte sie ein Jahr in Cholula und davon drei Monate in genau diesem Hostal, das wir heute mit dem Fahrrad erreichen. Am Außentor grinst uns doch tatsächlich Karina selbst an! Seit damals schmückt sie das Plakat des Hostals .
Die nächsten Tage sind bestimmt von vielen Besuchen alter Bekannter. Karina freut sich, ihre Freunde Rafita, Ricardo, Memo, Manolo, Lisha, Aldo und Victor wieder zu treffen. Jan lernt so liebe neue Menschen kennen, es strengt ihn jedoch sehr an, dass jede Unterhaltung auf Spanisch ist.

29.05.12
Diesem alten Begleiter sei der Ruhestand gewährt! Über 16.000 km hat der Mantel von Jans Trailer ohne Beschwerde hinter sich gebracht - heute will er nicht mehr weiter. Mit einem Gummiflicken versehen schafft er es gerade noch in das nächst größere Dorf, wo wir einen Fahrradladen finden, um einen neuen Reifen für den Trailer zu kaufen. Toi toi für die nächsten 16 Tausend

 

Zurzeit hören wir beide beim Fahrradfahren das Hörbuch von „Herr der Ringe“. Für das passende Ambiente sorgt definitiv der heutige Schlafplatz am Fuße des Popocatepetls! Als es bereits dunkel ist, schauen wir in Richtung des Vulkans und sehen gebannt die glühende Lava an der Spitze flackern. Ein unbeschreibliches Gefühl, das einem wieder in den Sinn ruft, dass wir gerade um nichts anderes, als eine Kugel aus brennender Lava herumradeln.

 

Wir sind wirklich gerne in Mexiko, trotzdem können wir nur immer wieder mit dem Kopf schütteln, wenn wir Beispiele für die „spezielle mexikanische Effizienz“ sehen. Einmal sehen wir, wie eine Straße ausgebessert. Damit keiner über den frischen Teer fährt, werden Absperrungen für Autos aufgestellt. Dafür fährt die Baumaschine jedoch genau ÜBER den Teer (an anderer Stelle erleben wir exakt das Gleiche mit Zement…).

Ein weiteres Beispiel: Im Auto von mehreren Mexikanern erleben wir, was es heißt, eine Abkürzung zu fahren: anstelle von z.B. 30 min. Fahrtzeit kommt man nach 1,5 Stunden an - und das nur unweit der Heimat des jeweiligen Fahrers…

 

28.05.12 Mexiko Stadt
Als wir Mexiko Stadt hinter uns lassen, sehen wir einen Schrein und eine etwa 20 Meter hohe Darstellung der Santa Muerte. Nur wenige Wochen vor unserer Reise las Jan in einer National Geographic einen interessanten Artikel über die Heilige, die selbst Mörder und Verbrecher noch erhört. Gebilligt wird diese Heilige jedoch nicht von der Kirche...

 

Mexiko Stadt
Hoffentlich nicht für all zu lange verabschieden wir uns von „unserer“ mexikanischen Familie, die wir wirklich lieb gewonnen haben und die uns sehr in den letzten Tagen unterstützt hat. Unsere Wintersachen dürfen wir bei ihnen zurücklassen und bekommen sie dann nach Kolumbien nachgeschickt. Die Familie selbst bekommen wir dann nach Chile geschickt, wenn alles klappt

 

27.05.12 Mexiko Stadt
Den heutigen Tag nutzen wir (genau wie den gestrigen und viele andere, von denen wir nie berichten…), um unsere Ausrüstung auf Vordermann zu bringen, zu schreiben, etc. - kurz gesagt zu arbeiten. Den letzten Abend verbringen wir dann angenehmer: Jan bekocht alle und anschließend spielen wir endlich mal wieder Wizzard .

26.05.12 Mexiko Stadt
Almas Vater Jose kommt heute zu Besuch und wird genötigt, das Abendessen zu kochen, da bekannt ist, wie gut er sich darauf versteht, Huanzontle (ein Gericht der Azteken) zuzubereiten. Tatsächlich war es schwer, nicht das ganze Essen an uns zu reißen, davon zu rennen und ALLES allein aufzuessen.

 

 
Almas Schwester Norma kommt heute ebenfalls und beschenkt uns mit Mexiko T-Shirts. Viva Mexico!

24.05.12 Teotiuacan
Den heutigen Tag entscheiden wir uns, an den Pyramiden von Teotiuacan zu verbringen. Es ist ein erhebendes Gefühl, die drittgrößte Pyramide der Welt zu besteigen und dann aus der Höhe über eine Vielzahl von Tempeln einer vergangenen, unbekannten Kultur zu schauen, die selbst die Azteken schon verlassen vorfanden. Bereits der erste Schritt auf der Erde reißt einen jedoch harsch in die heutige, weniger romantische Welt zurück. In etwa hundert Verkäufer verfolgen beharrlich die Touristen mit ihren Waren. Da unsere Begleitung nicht nur aus Händlern, sondern ebenfalls aus David, Alma, David und seiner Kindheitsfreundin Jane besteht, genießen wir auch so den Tag.

 

23.05.12
David jr. hat sich den gesamten heutigen Tag für uns frei genommen, um uns eine Stadtführung durch Mexiko Stadt zu geben und somit für uns in eine Stadt voll Chaos ein wenig Ordnung zu bringen. Mit seiner Hilfe ist es deutlich leichter, durch der Dschungel der öffentlichen Verkehrsmittel zu gelangen, trotzdem brauchen wir fast zwei Stunden, bis wir endlich in der Innenstadt angelangt sind und bekommen damit die Ausmaße dieser Riesenstadt zu spüren.
Zuerst besichtigen wir das Haus der wohl bekanntesten Maler Mexikos: Frida Kahlo und ihrem Ehemann Diego Riviera. Mitten auf dem Platz vor dem Museum Bellas Artes lassen wir uns auf eine Gruppe junger Menschen ein, mit denen wir für eine bessere Welt meditieren. Eine Sicherheitskraft versucht das zu unterbinden, doch die Leiterin lässt sich davon nicht einmal aus ihrem Text bringen. Seehr lustig .

Im Anschluss hört Karina aus einer Bar Salsa - Musik. Hocherfreut schnappt sie sich den einzigen Tänzer unserer Gruppe und schwingt mit ihm das Tanzbein. Nach und nach wird uns klar, dass wir die EINZIGEN nicht - Prostituierten in dieser Bar sind und ziehen unseres Weges .
In einer Pulqueria stoßen wir dann bei vergorenem Agavensaft auf den Tag an. Auch wenn Pulque von der Konsistenz eher an Schnupfen erinnert, schmeckt es besser als erwartet…

22.05.12 Mexiko Stadt
In Norwegen haben wir uns kennen gelernt, über tausend Kilometer von ihrer Heimat entfernt treffen wir sie zufällig wieder - man könnte meinen, unser Schicksal ist mit David, Alma und David jr. verknüpft... Heute treffen wir „ganz regulär“ auf sie, indem wir sie zu Hause besuchen, um die nächsten Tage mit ihnen gemeinsam zu verbringen. Es ist wunderschön, endlich mal wieder liebe Menschen „wieder zu sehen“ und nicht immer nur „auf wieder sehen“ zu sagen.

 

19.05.12
In manchen Regionen Mexikos herrscht die schlimmste Dürre seit 70 Jahren. Bisher waren die Auswirkungen für uns nur ansatzweise sichtbar. Als wir dieses riesige leere Feld erblicken, das einst ein See war, stockt uns der Atem. Die für Wassersport werbenden Schilder wirken nun fast höhnisch.

Marcos (s.u.) Schwester Dulce und ihr Mann Roberto nehmen uns heute bei sich auf.
Um zu ihnen zu finden, sollten wir lediglich zum Stadion fahren, dann wären wir praktisch schon da. Dort angekommen, rufen wir sie an, um neue Anweisungen zu erhalten. Der Einfachheit halber kommen sie, um uns den Weg zu zeigen...

Als wir nach zehn km und etlichen hundert Höhenmetern endlich ankommen, kann man Karinas Gesicht „ein wenig“ entnehmen, wie ungehalten sie über manche mexikanische Wegbeschreibungen ist.

Die beiden kümmern sich jedoch großartig um uns (wie man hier sieht ), wodurch der Ärger schneller verfliegt, als er gekommen ist.

18.05.12 San Miguel de Allende
Für unser heutiges Mittagessen wurde uns dieses Restaurant von Jayne empfohlen. Sie sagte bereits, man gehe nicht wegen der Einrichtung her… Trotzdem erwarteten wir kein überdimensionales Kreuz, das mit blutrot gefärbten Leinen geschmückt ist . Jeder drückt seine Religiosität eben anders aus…

17.05.12 San Miguel de Allende
Über die bunte Universitätsstadt und den Ausgangspunkt der mexikanischen Unabhängigkeit Guanajuato führt uns unser Weg bis nach San Miguel de Allende, wo wir bei Jayne ein wunderbares Zuhause gefunden haben. Ausnahmsweise haben mal nicht wir einen Schlafplatz gesucht, sondern wurden von IHR über Couchsurfing eingeladen! Uns zu Ehren wird heute Abend eine kleine Party veranstaltet - bei Sonnenuntergang auf dem Dach des Hauses...

Vorher treffen wir zufällig auf einen jungen Mann, der uns von einem kostenlosen Licht - Theaterstück erzählt. Auch wenn wir nicht viel Zeit haben, wollen wir kurz mal reinschauen. Es entpuppt sich als äußerst professionelles Schwarzlicht- Musiktheater mit wirklich beeindruckenden Ideen. Nur schwer reißen wir uns los, um nicht Jaynes Party zu verpassen.

16.06.12 auf den Straßen Mexikos
Hunde sind immer wieder ein Thema, mit dem sich Fahrradreisende unfreiwillig beschäftigen müssen. Inzwischen können wir nicht mehr sagen, wie viele Hunde uns gejagt haben… Das interessante ist, dass wilde Hunde überhaupt kein Problem für uns sind, sondern diejenigen, die ein Revier verteidigen. Lösungen gibt es mehrere:  

  1. Schnell weg (dummerweise braucht man dafür ein Gefälle…)
  2. Stehen bleiben und schwupp ist der Jagdinstinkt ausgeschaltet
  3. Babysprache auflegen und lieb sein - endet meist in Kuscheln
  4. Wenn alles nichts hilft: Stehen bleiben und durch Anbrüllen zeigen, wer der Stärkere ist - auch wenn man dafür in Kauf nehmen muss, Gesprächsthema in der Nachbarschaft zu werden

30.05. - 02.06.12 Cholula
Heute trifft Karina ihre Vergangenheit wieder. Vor zehn Jahren lebte sie ein Jahr in Cholula und davon drei Monate in genau diesem Hostal, das wir heute mit dem Fahrrad erreichen. Am Außentor grinst uns doch tatsächlich Karina selbst an! Seit damals schmückt sie das Plakat des Hostals .

Die nächsten Tage sind bestimmt von vielen Besuchen alter Bekannter. Karina freut sich, ihre Freunde Rafita, Ricardo, Memo, Manolo, Lisha, Aldo und Victor wieder zu treffen. Jan lernt so liebe neue Menschen kennen, es strengt ihn jedoch sehr an, dass jede Unterhaltung auf Spanisch ist.

Wir besuchen Luz und Francisco, die Eltern von Karinas damaligem Freund Mario, die uns wie Familienmitglieder behandeln und uns lecker bekochen. Eigentlich sind sie in Rente. Das ist ihnen aber zu langweilig und so kochen sie sichtlich glücklich für Studenten und Professoren in einer Universität .

29.05.12 Berge nach Mexiko Stadt
Wir finden in einem Betonbecken die traurigen Überreste eines Hundes. Wir fragen uns, wie er da rein gekommen ist und hoffen, dass er nicht zu sehr gelitten hat, bevor er schließlich gestorben ist.

 

22.05.12 Cuautitlan Izcalli
Man stelle sich dieses Szenario mal in Deutschland vor: Politiker bzw. deren Anhänger verkleiden sich als Superhelden und springen dann unkoordiniert auf einer stark befahrenen Kreuzung herum, um für ihre Partei zu werben. Was hat das mit Politik zu tun? In Mexiko werden so wahrscheinlich tatsächlich neue Wähler für die Antiheldenpartei PRI gewonnen…

 

13. & 14.05.12 León
Über Warmshowers hilft uns Hector mit einem Schlafplatz. Bereits am Tag vor unserer Ankunft überrascht er uns mit seiner Frau Mica während einer Motorradtour. Am Tag unserer Ankunft hat Jan nur wenig vor seinem Haus einen Platten. Exakt in dem Moment hält ein Pick Up neben uns und heraus kommt wieder Hector! Sein Sohn Samuel lädt kurzerhand Jans Taschen ein und so kann das Flicken auf morgen verschoben werden . Wir fühlen uns sehr wohl bei der Familie  - weshalb wir länger als geplant bleiben - und schlafen in einem eigenen Haus.

Hector ist Besitzer einer Schuhfabrik, die wir vor unserer Abreise besichtigen dürfen. So sehen wir das erste Mal, wie in vielen Arbeitsschritten und -stunden aus vielen Einzelteilen ein Schuh entsteht.

12.05.12 vor León
Jan fährt heute voraus und wartet auf einem Dorfplatz bis Karina ihn einholt. Miguel, der für den Abend ein Karussell aufgebaut hat, gesellt sich neugierig zu Jan und fragt ihn über unsere Reise aus. Dieser entschuldigt sich und antwortet, dass er kein Spanisch spricht, was Miguel aber nicht interessiert. Somit führt Jan notgedrungen seine erste Unterhaltung auf Spanisch - und das für 1,5 Stunden :)
Als Karina ankommt, macht Jan die beiden bekannt und wir essen Mittag. Wir haben Lust auf ein Back Gammon Spiel und Karina erklärt Miguel die Regeln. Er hat große Freude beim Spiel und so entscheiden wir uns, unser lange gesuchtes, leichtes, tolles Reise Backgammon herzuschenken (Heul!). Immerhin hat Karina schon die Idee, selbst eines zu bauen.

Heute haben wir schon wieder einen Hund! Jan tauft ihn Oskar den Starken - immerhin haben wir noch nie einen so muskulösen Hund gesehen. Er bewacht uns die ganze Nacht und freut sich riesig über Jans Zuneigung. Diesmal ist es aber Hund mit Zuhause. Er gehört den netten Menschen, die uns in ihrem Garten schlafen lassen. Sein Halsband ist übrigens PRIMA

11.05.12 Zapotlanejo
Heute dürfen wir auf dem schönen Parkgelände 'Puente de Calderon' schlafen. Am Eingang steht bereits ein Schild, auf dem „Hunde aussetzen verboten“ steht. Als Karina am Morgen zum Parkwächter geht, folgt ihr beim Rückweg ein kleiner Welpe, der laut Parkwächter erst einen Tag zuvor ausgesetzt wurde. Jan verliebt sich sofort in die kleine Hündin. Er gibt unserem neuen Findelkind den Namen Purzel - natürlich nur ein temporärer Babyname! Wir zeigen Purzel den Fluss und die prima Trinkmöglichkeit, sie purzelt aber eher über die großen Steine, als sicher zu klettern. Als wir uns zum Frühstück hinsetzen, entscheiden wir uns, der Kleinen ein wenig Haferflocken mit Milchpulver zu geben, damit ihr Bäuchlein zumindest für eine Weile gefüllt ist. Der Abschied tut nicht nur uns leid. Und irgendwie haben wir das Gefühl, dass die Kleine auch spürt, dass wir sie nun verlassen werden. Die Zweiten innerhalb von zwei Tagen… Erst legt sie sich vor Jans Rad als er los will, dann düst sie hinter uns her, um uns auch ja nicht zu verlieren. Am Parkausgang angekommen, findet sie kurz eine interessante Ablenkung und wir können unbemerkt verschwinden. So nah waren wir noch nie an der Endscheidung, unsere Reisegruppe zu vergrößern ;(

09.05.12 Guadalajara
Ana und Marco hat Karina vor 10 Jahren auf deren Hochzeit kennen gelernt. Die beiden wohnen ebenfalls in Guadalajara und so bleiben wir einen weiteren Tag, um uns mit ihnen zu treffen.
Außerdem statten wir dem „Casa de Ciclista“ einen Besuch ab, in dem Fahrradreisende Hilfe bekommen und umsonst wohnen dürfen.



Bei einem nahe gelegenen Fahrradladen ersetzen wir unsere alte Pumpe durch die „Non Plus Ultra“ Pumpe, nach der wir bereits seit Wochen suchen: leicht, klein, aber trotzdem eine Standpumpe mit Luftdruckmesser ! DIESE Ausgabe werden wir nicht bereuen!

 

08.05.12 Guadalajara
Sofia (s. u.) ist gerade bei ihren Eltern in Guadalajara, also statten wir ihnen auch noch einen Besuch ab.

 

06. & 07.05.12 Guadalajara
Während unserer vorletzten Nacht in Punta de Mita konnten wir dem deutschen Pärchen Laura und Damian ein wenig helfen, als sie vor Nicoles Garten strandeten. Hier in Guadalajara, der zweitgrößten Stadt Mexikos, gibt uns Laura diese Hilfe zurück, indem sie uns einen Schlafplatz in ihrer WG anbietet und lecker für uns kocht .

05.05.12
Nach einer Nacht in den Bergen freuen wir uns, eine Tankstelle zu sehen. Für uns bedeutet das Trinkwasser, eine Möglichkeit des Haarwaschens und heute ausnahmsweise mal ein zubereiteter Kaffee. Nachdem wir die uns täglich entgegen gebrachten Fragen nach woher, wohin, warum und wie beantwortet haben, bekommen wir das Wasser und den Kaffee von Luz Guadalupe und Aristeo kostenlos. Selbst als Jan Nüsse kaufen will, um wenigstens etwas zum Umsatz beizutragen, werden uns diese geschenkt. Später werden wir merken, dass wir in einer sehr fahrradfreundlichen Region gelandet sind .

Aufgrund der steigenden Temperaturen bauen wir immer häufiger nur noch unser Innenzelt als Mückenschutz auf - das muss man jedoch z.B. an Ästen aufhängen. Heute sind weit und breit keine Bäume zu finden, also wird Jan erfinderisch und baut ein Bambusgerüst .

04.05.12
Jan bastelt ein bisschen herum und kurze Zeit später hat er an seinem Kopf eine Kamera befestigt, um eine 20 km lange Abfahrt zu filmen. Mal sehen, wann wir mal Zeit finden, um ein kleines Filmchen online zu stellen

03.05.12
Wenn auch der Umweltschutz in Mexiko noch in seinen Kinderschuhen steckt, ist zumindest das Direktrecycling wirklich gut verbreitet. Teilweise erstaunlich, zu was einzelne Gegenstände werden…

Unser heutiges Frühstücksritual ist mal nicht gemütlich Kaffee trinken, um langsam die Traumwelt hinter uns zu lassen, sondern 12 % Steigung ab dem ersten Pedaltritt bis über 2000 Meter! Puuuh!


 

02.05.12
So manch einen könnte dieses Schild verunsichern… Karina bleibt entspannt - sie mag Katzen

Dank vieler kleiner Geschenke hat Karina nun eine Glücksbringeransammlung an ihrem Lenker.

01.05.12
Die Straßen in Mexiko sind nicht unbedingt schlecht - nur manchmal ist einfach der Asphalt nicht dort, wo man ihn erwartet… Bei Dunkelheit macht das übrigens den besonderen Reiz am schnell fahren aus

30.04.12 Puerto Vallarta
Zu einer Reise gehören unausweichlich viele Abschiede. Mal sind es kleine und unwichtige, mal größere. Heute sagen wir vielleicht für sehr lange Meia, Julia und Colette bis bald. Nach gemeinsamer Reise mit Meia und Julia entlang der Baja California und fast zwei Wochen gemeinsamer Arbeit ist es angebracht, den Abschied am Meer in einem Restaurant mit wunderbar leckeren Margaritas (die ersten in unserem Leben ) zu feiern. Meia, die weiter nach Brasilien fährt, werden wir vielleicht noch einmal auf der Straße treffen, Julia erst in Neu Seeland oder Australien, ihrer Heimat.

29.04.12
Eigentlich wollten wir bereits heute weiter fahren. Um Jans Fahrrad zu verarzten, entscheiden wir uns, einen Tag länger zu bleiben. Das wirklich helle und bisher tadellose „Busch und Müller“ Dynamolicht entpuppt sich als Einweglampe, bei der keine Reparaturen vorgesehen sind (viele Teile verklebt, die aufgebrochen werden müssen ). Verbogene Plastikteile und ZU kurz abgerissene Kabel dehnen die Arbeit und Jans Nerven aus, bis sehr viel später mit einem recycelten Radiokabel und Superkleber das Licht wieder scheint. Abschalten kann man es nicht mehr und auch eine LED hat das Abenteuer nicht überstanden…

28.04.12 Punta de Mita
Wir verabschieden uns mit einer kleinen „Party“ von Punta de Mita und damit von neuen Freunden. Auf diese Weise sehen wir noch ein letztes Mal Nicole & Delfina, Ali, Socorro, Dottie, David und Bailey. Danke für eure Unterstützung, Gastfreundschaft und Herzlichkeit!

27. & 28.04.12
Sauer und mit der Bitte um Hilfe wenden wir uns an die Lehrerin Ali. Sie spricht am nächsten Tag en Diebstahl in ihrer Klasse an. Tatsächlich hat ein Junge etwas gesehen und kann uns die Täter nennen. Unsere nächste Station ist die Polizei. Ali, die zufällig auch Anwältin ist und weiß, wie es in Mexiko läuft, überzeugt die Polizei, uns zu helfen, indem sie den Schaden DEUTLICH größer und teurer darstellt. Auf diese Weise machen wir uns mit zwei Polizeiwagen, Ali und der Aufmerksamkeit des halben Dorfes auf zu den Tätern. Wir können es kaum fassen, als wir Jans Licht bereits an einem Quad montiert vorfinden. Nach ein wenig Suche bekommt Julia auch ihr Licht zurück, jedoch ebenfalls beschädigt. Die Diebe sind zwei Jungen, 12 und 13 Jahre, ein 17-jähriger Jugendlicher hat das Licht installiert (und wir vermuten wahrscheinlich auch zur Tat angestiftet).
Uns ist es sehr wichtig, den Tätern das Ausmaß ihrer Tat bewusst zu machen. Karina legt sich ins Zeug und macht ihren Job RICHTIG gut. Die Jungs werden mit jedem Wort kleiner und die Mütter weinen und schämen sich für ihre Sohne. Die Polizei fragt UNS, wie wir sie bestrafen wollen (Selbstjustiz??) und Ali rät uns, Geld zu verlangen, da sonst keine Schuld deutlich werden würde. Wir verlangen also ein wenig Geld, das jedoch keine der Parteien auftreiben kann. Mit einem Augenzwinkern geben die Polizisten dann als einzige Alternative das Gefängnis an, worauf die Jungen NOCH kleiner werden.
Die tatsächliche Bestrafung ist dann jedoch eine Idee von uns: In den nächsten 2 Monaten müssen alle drei Jugendlichen in der Recyclingstation ihre Schuld abarbeiten und damit dem Dorf dienlich sein . Für uns ist das zwar kein materieller Gewinn, falls die Jungen durch Karinas Ansprache und diese Strafe vor größeren Taten bewahrt werden, sind wir mit der Lösung zufrieden.

26.04.12
Ein wenig absurd ist folgende Geschichte ja schon: während wir uns für das Dorf einsetzen, lassen wir unsere Fahrräder angeschlossen bei „Peace Mexico“ zurück. Als „Dankeschön“ für unsere Arbeit wird Jans Frontlicht unprofessionell abgetreten, -rissen und gestohlen. Julias Rücklicht hat sich auch in Luft aufgelöst… Wie sehr eine so einfache und dumme Handlung doch jegliche gute Erfahrungen zumindest in so einem Moment überschatten kann!
 

22.04.12
Colette, eine Freundin von Meia aus den USA, ist heute extra aus den Staaten eingeflogen und begleitet unser Treiben und Reisen die nächsten zehn Tage.

21.04.12
Heute ziehen wir zu der Schweizerin Nicole und ihrer Tochter Delfina um und stellen unsere Zelte im Garten neben ihrer Pizzeria auf. Sie nimmt uns sehr herzlich auf und wir fühlen uns vom ersten Moment an zu Hause. Natürlich können wir dem ständig präsenten Pizzageruch nicht lange widerstehen und gönnen uns ein leeeckeres Abendessen . Nicole hat uns nicht nur einen Platz für unser Zelt gegeben, sondern noch etwas, das wir lange Zeit nicht mehr hatten: ein zu Hause.

17.04.12 Punta de Mita
Wir erreichen Punta de Mita - den Ort an dem wir uns gemeinsam mit Julia und Meia sozial engagieren wollen (siehe "Projekte auf dem Weg"). Wir werden freundlich in der Einrichtung begrüßt, auch wenn keiner so recht wusste, dass wir kommen. Gründe dafür sind ein Personalwechsel mit schlechter Übergabe und das generelle Chaos einer non Profit Organisation… Bei der Schlafplatzsuche erhalten wir leider keine Hilfe, also machen wir uns auf in Richtung Strand, um für die erste Nacht einen Zeltplatz zu finden. Auf den Weg dorthin treffen Julia und Meia auf die netten Amerikaner Dottie und David, die hier ein Haus haben und uns alle in ihren Garten einladen. Wie gut es doch immer wieder laufen kann :)

 
Vor Sayulita
Es ist zum Lachen! Auf einer gewöhnlichen, zugegebenermaßen jedoch stark befahrenen Straße, hält uns die Bundespolizei (!) an und verwehrt uns die Weiterfahrt mit der Begründung, dass diese Straße zu gefährlich für uns als Fahrradfahrer sei. Die mexikanische Lösung ist Folgende: es werden wahllos zwei Pick Ups für uns angehalten, die uns die 15 km bis zur nächsten erlaubten Straße mitnehmen sollen. Julia und Meia fahren bei einem netten Pärchen mit, die sogar noch helfen, die Fahrräder abzuladen. WIR merken, dass diese Straße wirklich gefährlich ist! Unser Fahrer ist ungehalten darüber, dass er uns mitnehmen muss. Das zeigt er uns mit Tempo 120 in einer 60-Zone und Überholmanöver in uneinsichtigen Kurven während wir versuchen, nicht von der Ladefläche zu fallen. DIESE „Nahtoterfahrung“ möchten wir NIE mehr machen!

16.04.12 Rincon de Guayabitos
Nach vielen Wochen, in denen wir wieder alleine gereist sind, treffen wir heute Julia und Meia (siehe 1. Quartal 2012) wieder, um in Punta de Mita gemeinsam in einem sozialen Projekt mitzuarbeiten. Es ist toll, mal „alte“ Bekannte wieder zu treffen und sich die Geschichten zu erzählen, die sich seit dem letzten Treffen ereignet haben.

 

15.04.12 Compostela
Im Schatten einiger Bäume macht Jan eine Pause, um auf Karina zu warten. Neugierig schaut er sich die vielen ungewohnten Pflanzen und Bäume an. Eine Beere erweckt seine Aufmerksamkeit: „Es könnte doch... mal untersuchen... vielleicht eine aufbrechen... jaaa!! Das erste Mal im Leben steht Jan vor einem Kaffeestrauch !

Ein paar Meter weiter finden wir doch tatsächlich eine Packung des lokal angebauten Kaffees, den wir die nächsten Wochen genüsslich trinken werden. Regionaler kann man ja gar nicht einkaufen

Natürlich weiß jeder was Zuckerrohr ist... Für uns ist es jedoch das erste Mal, dass wir neben Plantagen fahren und den Zucker in Rohform sehen bzw. riechen. Vor der Ernte wird das Feld angezündet und es bleiben nur die Rohre und ein karamellartiger Geruch. Jan wünscht sich, einmal Zuckerrohr zu probieren, möchte aber keinen Bauern bestehlen. Als werden seine Wünsche erhört, fällt ein Rohr von einem der übervoll beladenen vorbeifahrenden LKW’s direkt vor sein Fahrrad. Süüüß und saftig

14.04.12
Zufällig durften wir Zeugen eines Brauches werden, der für uns fremd ist, hier jedoch in vielen kleinen Dörfern ganz selbstverständlich. Mädchen feiern ihren 15. Geburtstag im Ballkleid und einem jungen Mann für jedes Jahr.

Das Heiratsalter liegt in Mexiko übrigens im Durchschnitt deutlich unter dem in Deutschland...

11.04.12 Morelia
Mexiko ist voll von Straßenhunden und -katzen. Vielerorts hungern sie oder werden einfach kaltblütig umgebracht, wenn mal wieder zu viele ungewollte Haustiere herumlaufen... Um dem entgegen zu wirken, gibt es bereits an mehreren Orten kostenlos angebotene Sterilisierung. Aufgrund mangelnder Verantwortungsübernahme der Tierbesitzer ändert sich an der Situation jedoch wenig.

10.04.12 Morelia
Unglaublich aber wahr! Vor genau einem Jahr sind wir aufgebrochen, um die weite Welt mit dem Fahrrad zu erkunden! Wir leben noch, wir genießen noch und wir lieben uns noch . Unser Abenteuer ist inzwischen Alltag aber weiterhin voll Spannung. Ein knappes Drittel unserer Reise voll unvergesslicher Momente liegt damit hinter uns - unvorstellbar, was noch vor uns liegt... Wir danken von ganzem Herzen den vielen Menschen, die uns unterstützt haben und uns trotz weiter Entfernung in Gedanken begleiten. Ironischerweise sind wir gerade jetzt so weit wie noch nie von unseren Rädern entfernt.

 

09.04. – 12.04.12 Tepic – Morelia – Tepic
Um Karinas liebe Freundin Kirsten und ihre Tochter Anicia zu treffen, sind wir 600 km von Tepic nach Morelia getrampt. David, den wir nach einem Tag gleich wieder verlassen mussten, um Kirsten überhaupt noch zu erwischen, bringt uns netterweise zu einer guten Stelle, um Autofahrer anzusprechen. Unser Glück lässt uns nicht im Stich - bereits nach wenigen Minuten nimmt man uns mit. Wir reisen jedoch typisch mexikanisch und steigen somit in einen Pick Up, in dem bereits 10 Personen sitzen; Karina im Auto, Jan gesellt sich zu netten Jungs auf die Ladefläche. Nach 6 Stunden in der prallen Sonne haben wir mehr als die Hälfte der Strecke zurückgelegt. Susana und Jorge, unsere Fahrer, wollen uns nicht irgendwo zurücklassen und laden uns kurzerhand zu sich nach Hause ein. Daaanke ihr immer wieder vorhandenen, unsichtbaren Glücksengel!

Am nächsten Tag bringt uns Gilberto während einer lustigen Fahrt direkt zu dem Platz, an dem wir Kisten treffen.

Nach schönen gemeinsamen Stunden und dem Luxus eines gemeinsamen Hotelaufenthaltes in der schönen Altstadt Morelias (natürlich mit einem kleinen Weltreise Discount ..), treten wir nach zwei Tagen wieder die „Heim-” Reise zu unseren Fahrrädern an. Nach 1,5 Tagen Rückfahrt steigen wir gesund in Tepic aus...

07.04.12 Tepic
Wir besuchen heute David, mit dem Karina bei ihrem letzten Mexikoaufenthalt vor fast zehn Jahren in einem sozialen Projekte zusammen gearbeitet hat. Seine Partnerin Edith überlässt uns kurzerhand ihr Haus, damit wir uns wohl fühlen können.. Wow!

 

Wir sind dabei, von Meereshöhe auf fast 1000 Meter nach Tepic zu radeln - dabei scheint die Sonne unerbittlich auf uns herab. Das Thermometer zeigt in der Sonne 47 Grad an! Als wir realisieren, dass es bei Tageslicht nicht mehr in die Millionenstadt zu schaffen ist, uns aber Karinas Freund David erwartet, halten wir für die letzten Kilometer ein Auto an. Bei Dunkelheit in einer Großstadt Fahrrad zu fahren ist in Mexiko keine sehr gute Idee (Alkohol am Steuer, etc...).

Gerardo, Silvia, Victoria und Orlando halten an, auch wenn sie eigentlich das gesamte Auto samt Ladefläche voller Bohnen haben. Mit ein wenig Rumgeschiebe ist es möglich uns mitsamt den Rädern aufs Auto zu verfrachten. In der Stadt angekommen “müssen“ sie kurz bei sich zu Hause vorbei. Es stellt sich heraus, dass sie nur zu sich gefahren sind, um uns zu Obst und Saft einzuladen. Damit wir nicht suchen müssen, fahren sie uns anschließend direkt zu David, der uns bereits erwartet .

Heute ist nicht nur der heißeste Tag unserer bisherigen Reise - mit 35°C im Schatten und 47°C in der Sonne, sondern auch der Tag der Früchte . Fast ohne Unterbrechung fahren wir an Mangobäumen vorbei und an einem Straßenstand können wir gleich zwei für uns neue Früchte essen. Anona, eine etwa apfelgroße Frucht mit breiigem, süßen Inhalt und Yaka (bekannter als Jackfruit), die größte Frucht der Welt, welche nach Banane und Ananas schmeckt.

06.04.12 Michuacán
Brandrodung ist ein großes Thema in Mexiko! Angewandt, um Arbeit zu sparen sehen wir bereits zum wiederholten Male aus Kontrolle geratene Feuer Strommasten und Felder verschlingen.

05.04.12 Acaponeta
Eigentlich will Karina in einem Restaurant nur schnell nach W-LAN fragen, da sie dringend etwas zu erledigen hat. Wie es eben ihre Art ist, erklärt sie noch ein wenig über unser Vorhaben - und schon sind wir bei Carmen im Hof zum übernachten eingeladen Wir wollten zwar noch weiter fahren, können aber der lieben Gastfreundschaft nicht widerstehen und genießen es, auch mal am Nachmittag anzukommen. Hier schläft Jan übrigens das erste Mal in einer Hängematte.

Wir nähern uns der Stadt Tequila und damit dem Ort, der weltweit die größte Menge des gleichnamigen Getränkes herstellt. Die dafür benötigten Agaven finden wir immer häufiger an unserem Weg.

03.04.12 Zwischen Mazatlán und Tepic
Der Verkehr nimmt im Gegensatz zur Baja California stark zu. Die Straßen bleiben jedoch eng. Auch wenn die Mehrheit der Fahrer Rücksicht nimmt, gibt es immer wieder Situationen, in denen wir dankbar sind, „noch ein Mal davongekommen zu sein“.

01.04.12 Mazatlán
Nein, das ist kein Aprilscherz Mitten in der Großstadt Mazatlán steht plötzlich die mexikanische Familie vor uns, die wir in Norwegen in der Nähe des Geiranger Fjordes auf einem Parkplatz kennen gelernt haben!! David, Alma und ihr Sohn David sind noch dazu aus der 1000km entfernten Millionenstadt Mexiko Stadt (D.F.) und nur für eine Woche hier. Wer glaubt da noch an Zufälle?! Wir verabreden uns mit der wunderbar sympathischen Familie für den nächsten Tag, um das Wiedersehen zu feiern und freuen uns schon jetzt, sie in D.F. für einige Tage zu besuchen.

Juan, den wir in Ensenada kennen gelernt haben, hilft uns schon wieder, einen Schlafplatz zu finden! Mariel, die Schwester seines Jugendfreundes nimmt uns auf. Für Leben während des Aufenthaltes sorgen ihre wenige Monate alten Welpen, die kurz davor sind, stubenrein zu sein.


 
   
 
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