nie-mehr-radlos
  4. Quartal 2013
 

 

   

30.12.13 Nationalpark Taman Negara
Nur ein Fluss trennt uns vom angeblich ältesten Dschungel der Erde und schon morgen (also über Silvester) werden wir für 3 Tage darin eintauchen. Es gibt hier Elefanten, Tiger, Leoparden, Rhinozerosse, Tapire und allerlei mehr Wildleben. Die Wahrscheinlichkeit, eines der seltenen Exemplare zu sehen ist natürlich sehr geringer und dennoch ist es ein tolles Gefühl, so nah dran zu sein.
Wenn alles nach Plan läuft, gehen wir nicht verschollen, schlafen je einmal in einer Höhle und in einer Beobachtungshütte bzw. „Bunbun“ für Wildleben. Wir werden keinen Guide nehmen. Des Weiteren versuchen wir möglichst viele der Land-Egel auf dem feuchten Weg zu meiden, auch wenn die Begegnung mit zwei Deutschen etwas entmutigend war: von ihren Beinen lief nur so das Blut aus den vielen Bissstellen.
Auf jeden Fall werden wir so für einige Tage dem für Malaysia (neben super netten Menschen und ausgesprochen gutem Essen!) leider typischen Müll, Gestank und den endlosen Palmenplantagen entfliehen…
All unseren treuen Verfolgern und im Herzen mitreisenden Freunden und Familien ein frohes Neues voll wunderbarer Erlebnisse, Wunder, Gesundheit und Glück!




Wir haben Glück, erst jetzt in Kuala Tahan anzukommen: Noch vor zwei Wochen überflutete der durch den vielen Regen angeschwollene Fluss große Teile des Dorfes. Mehrere der billigen Hotels am Fluss und Restaurants wurden von der Flut mitgerissen. Pegelstand: Etwa auf der Höhe des blauen Hauses! Unser Hotel überstand die Flut zu großen Teilen, wurde aber für zwei Wochen zu einer Insel auf einem Hügel.
28.12.13
Wir staunen, endlich einen Nashornvogel zu sehen! Während wir ihn beobachten, nähern sich immer mehr, bis in den Bäumen um uns herum mindestens 10 Tiere sitzen . So besonders der Moment war, so einmalig war er auch. Seither haben wir nicht einein weiteren gesehen...

 

 

 

23.12.13 Kuala Lumpur
Einer der Hauptgründe, über Kuala Lumpur zu fahren, waren die Batu Caves. In diesem weiten, 100 Meter hohen Höhlenkomplex sind mehrere Hindutempel errichtet und davor eine goldene, mit 42,7 m imposante Statue des Gottes Murugan. Die oft als beschwerlich beschriebenen 272 Stufen zur Höhle bemerken wir kaum und finden sie nicht im geringsten beschwerlich, da wir viel zu sehr damit beschäftigt sind, die Hauptattraktion zu bestaunen: Überall sind Makaken-Affen, die es faustdick hinter dem Ohren haben. Cola-Dosen,  Eistüten, Kokosnüsse und ALLES, was in Plastiktüten ist, gehört zur Hauptnahrung der Megaschlingel. Etliche ängstliche oder unachtsame Touristen wurden so erleichtert.
Jan wollte eigentlich hauptsächlich in die eher unbekannte „Dark Cave“ nebenan. Dies ist ein naturbelassenes, über zwei km ausgedehntes Höhlensystem, in dem es neben unzähligen Fledermäusen auch Insekten gibt, die nirgendwo sonst auf der Welt zu finden sind. Heute ist aber Montag und damit der einzige Tag in der Woche, an dem geschlossen ist – ätsch… Aber wir kommen wieder!


22.12.13 Vor Kuala Lumpur

Da fährt man nichtsahnend die viel befahrene Nebenstraße Richtung Kuala Lumpur und auf einmal streckt ein vorbeifahrendes Auto Karina diesen Kuchen und das Soyagetränk entgegen! Wow, wie lieb!

21.12.13 Vor Kuala Lumpur

Jans Tretlager hielt bis Neuseeland, somit rechneten wir bereitsauch mit dem Ausfall Karinas Tretlager. Glücklicherweise haben wir Ersatz aus Deutschland dabei. Dieses und viele andere Ersatzteile, die wir in Deutschland „neu aufgeladen“ haben, hat uns unser Fahrradhersteller PATRIA freundlicherweise erneut gesponsert! In einem Fahrradladen, der sich deutlich von den hier „Üblichen“ unterscheidet, bekommen wir professionelle Hilfe. Nachdem wir erzählen, was wir machen, werden dann am Ende noch ordentlich Fotos geschossen .

Durch die Fahrradreparatur aufgehalten, kommen wir bereits ins Dunkel, da bekommt Karina mitten in einem Tunnel auch noch einen Platten. Da es gerade regnet und der Tunnel beleuchtet ist,hat Karina eigentlich keinen schlechten Ort „ausgewählt“. Es ist spät und wir wollen ankommen, also beschließen wir heute mal einfach einen Ersatzschlauch zu nehmen und das Flicken auf morgen zu vertagen. Der (malaysische) Schlauch hat jedoch ein Problem – er mag keinen Druck und zeigt uns das mit einem ohrenbetäubenden Knall, den der Tunnel erschreckend verstärkt. 

Also doch flicken…

Nach der weiteren Verspätung kommen wir erst in der Nacht in Kuala Lumpur an. So entgehen wir wenigstens dem extremen Verkehr und bekommen eineaußerordentliche „Sehenswürdigkeit“ zu Gesicht: Die wohl dreckigste Straße unseres Lebens – bzw. die Touristenstraße Petaling in Chinatown! Am nächsten Morgen wird dann alles wieder schick sein, damit aufs Neue Tausendeachtlos Plastikmüll annehmen und wegwerfen können…

20.12.13 Gemas

Wie wahrscheinlich jeder andere Radreisendesind wir immer am Essen interessiert . Heute essen wir das erste Mal das hier typische Fladenbrot„Roti Canai“. Schon bei der Herstellung zuzusehen, ist eine Freude! Der seeehr fettige Teig wird zuerst platt gedrückt und anschließend so lange durch die Luft gewirbelt, bis er hauchdünn ist. Anschließend wird er gefaltet und angebraten. Dazu wird zumeist Dal (Linsensuppe) serviert. Variationen sind verschiedene herzhafte oder auch süße Füllungen. Hmmm


An so einen Anblick müssen wir uns wohl langsam gewöhnen . Im Chinesischen Restaurant gibt’s eben eine chinesische Karte – logisch, oder?!

Juchee! Es ist wieder RambudanSaison! Die der Litschi ähnliche Frucht kennen und lieben wir bereits seit Zentralamerika und hier wächst in jedem zweiten Garten ein Baum .

06. - 17.12.13 Kluang, Malaysia
Seit etwas über einer Woche radeln wir durch Malaysia. Die Umgebung gleicht Zentralamerika, aber wir werden hier, eventuell aufgrund der kulturellen Vielfalt im Land, als Menschen und nicht als Attraktion/Sonderlinge/reiche Touristen wahrgenommen. Auch spüren wir weniger Aggression in der Luft (sofern man so etwas fühlen kann ..). Unsere ersten zarten Versuche malaysisch zu sprechen, werden fröhlich empfangen.
Unsere geplante Reiseroute war entlang der Ostküste gen Norden und für Karinas Geburtstag ein Zwischenstopp auf einer Insel zum Schnorcheln. Große Überflutungen, bei denen fast 40.000 Menschen evakuiert werden mussten und bereits Tote zu beklagen sind, machen uns jedoch einen Strich durch die Rechnung. Somit steuern wir als nächstes Kuala Lumpur an.


Karinas Geburtstag feiern wir in dem kleinen untouristischen Städtchen Kluang, wo sie sich ihrenwichtigsten Geburtstagswunsch erfüllt: Kontakt nach Hause. Vielen Dank für die lieben Worte und Gefühle !!

Eine witzige Geschichte: Nachdem wir dem Hotelbesitzer morgens ein Stück des Geburtstagskuchens gebracht haben, weil er Jan freundlicherweise ein Feuerzeug für die Geburtstagskerzen borgte, stand dieser abends mit einer frischen Pizza als Geburtstagsgeschenk für Karina vor unserer Tür .


Im unspektakulären Örtchen Kluang bleiben wir länger, um endlich mal wieder einige Reiseeindrücke aufzuschreiben.

 

Nebenher tauchen wir immer tiefer in die Malaysische Küche ein...

 und lassen unsere nach 27.000 km ordentlich mitgenommenen Hosen nähen.

05.12.13
Nun wissen wir (und auch ihr, wenn ihr euch das Foto anschaut), wie Kautschuk gewonnen wird.

Im Reiseführer lasen wir bereits über „Homestay“ und stellten uns vor, dass man dabei sehr günstig inmitten einer einheimischen Familie wohntund ganz nebenbei Sitten und Bräuche des Landes kennen lernt. Hörte sich für uns prima an und wir möchten das sofort ausprobieren. In diesem Fall ist Homestay jedoch nichts anderes, als ein voll eingerichtetes, unbewohntes Haus, in dem man für angemessenes Geld bleiben kann. Der Preis überrumpelt uns, nach einigem Hin und Her erlaubt man uns allerdings kostenfrei im Carport zu bleiben. Wir sind glücklich mit der Option, bekommen dann aber doch das ganze Haus zum Zimmerpreis („Fahrradweltreisebonus“..?!). Irgendwie lustig – so haben wir heute z.B. mal zwei Bäder zur Auswahl .


An der Decke finden wir einen Pfeil und kommen schnell dahinter, dass dieser nach Mekka, also der Gebetsrichtungim Islam zeigt. In Malaysia leben etwa 60% Muslime.

03.12.13 Johor Bahru
Hallihallo Land Nr. 18 auf unserer Reise ! In gerade mal zwei Stunden fahren wir gemütlich von Singapur nach Malaysia. An der Grenze gibt es einen speziellen Fahrstreifen für Zweiräder, dem wir uns zuzuordnen haben. Eng umgeben von hunderten stinkenden Rollern bewegen wir uns so im Schneckentempo immer näher an die Brücke zu Malaysia heran. Fotos gibt es übrigens nicht, weil diese im Grenzbereich nicht gestattet werden… Am Grenzschalter selbst läuft alles völlig problemlos. Ein Schild weist darauf hin, dass wir immer noch wie in Singapur die Todesstrafe zu erwarten haben, wenn wir Drogen bei uns haben. Einem Spießrutenlauf gleichen die kurvigen ersten Meter in Malaysia, da wir immer noch auf dem extrem engen Zweiradstreifen fahren müssen, während wir hoffen, dass die schnellen Rollerfahrer uns rechtzeitig sehen und nicht über den Haufen fahren.

02.12.13 Singapur
Heute ist unsere Freude auf die zwei Reisenden Toni und Diana gelenkt . Toni ist Pilot und so war nur ein wenig Nachhilfe nötig, dass er mit seiner Frau Diana „auf der Arbeit“ mal eben bei uns vorbei schauen kann. Es ist toll, bekannte Gesichter in so weiter Ferne zu sehen und lieb, dass die beiden uns ein paar Kleinigkeiten von zu Hause mitbringen! Gemeinsam verhalten wir uns wie gute Touristen: Quatschend schlendern wir durch die Stadt, schauen uns Souvenirs an und stoppen hier und dort zum Essen und Trinken

Was man über Singapur hört, ist erstaunlich. Es werden schlimmste Strafen für das Wegwerfen von Müll verhängt, an etlichen Orten ist Essen verboten, Kaugummi kauen wurde erst kürzlich „zu medizinischen Zwecken“ wieder erlaubt… kurz  - „Singapur is a fine city“, inzwischen gibt es sogar schon Merchandise Artikel zu dem Thema . Die Durchsetzung ist jedoch lange nicht so streng, wie man vermutet. Zum einen dürfen wir nach kurzem Nachfragen beim Security sogar DIREKT unter einem „Essen Verboten“ Schild Picknicken, zum anderen findet man trotz aller Verbote noch reichlich Müll auf den Straßen (wir werden uns noch die Sauberkeit Singapurs zurückwünschen, wenn wir weiter im Norden sind ).

30.11.13 Singapur
Gemeinsam mit Tim, Meraiah, Morgan und Eden machen wir eine Rundtour auf dem Fahrrad, um die Gegend zu erkunden. Dabei lernen wir erstaunt, dass Warane selbst inmitten solch einer Großstadt die Flüsse bevölkern und es im Dezember fast jeden Tag regnet und zwar RICHTIG ! Der klare dramatische Höhepunkt unseres Ausfluges ist jedoch ein ohrenbetäubender Blitzeinschlag in einen Schuppen gerade mal 50 m neben uns! Die „Druckwelle“ fährt uns in Mark und Bein.

29.11.13 Singapur
Die Durian (bzw. Stinkfrucht) lockt wirklich nicht mit ihrem Geruch, doch irgendetwas muss sie wohl haben, wenn sie hier so beliebt ist. Wir kaufen uns also  eine Frucht und machen uns an das puddingartige Fruchtfleisch heran. Es heißt, dass der Geschmack sich völlig von dem Geruch unterscheidet, doch das können wir nur teilweise bestätigen. Am ehesten erinnert uns die Durian an süße Zwiebel in Puddingform. Klarer Fall, dass wir in Zukunft andere Früchte vorziehen

Über Warmshowers lernen wir Tim, Meraiah und ihre Kinder Morgen und Eden kennen. Sie nehmen uns einige Tage bei sich auf und zeichnen sich als großartige Gastgeber aus! Wir genießen die Zeit mit ihnen und freuen uns, für die ersten Tage auf dem neuen Kontinent ein Zuhause und eine „Basis“ mit Ortskundigen zu haben.

 

28.11.13 Singapur
Unfassbar aber wahr: die Räder haben mal ausnahmsweise den Flug unbeschadet überstanden und wir sind bereits nach dem Zusammenbau die ersten 20 km bei Nacht in die Stadt gefahren. Erster Eindruck: Friedlich, schwüüüül (sogar in der Nacht), überall Hochhäuser und schon nach kurzer Zeit den "betörenden" Geruch einer Durian Frucht in der Nase.

28.11.13 Himmel
Ausnahmsweise mal ohne weitere Überraschungen heben wir früh am Morgen ab und kommen nach einem Zwischenstopp in Australien abends in Singapur an.

27.11.13 Auckland
Brenda verwöhnt uns bis zur letzten Minute ! Damit wir zum Abschied von Neuseeland nicht mit unserem schweren Gepäck die sehr bergigen 50 km zum Flughafen fahren müssen, bringt sie uns unsere Ausrüstung zum Flughafen! So eine Liebe!
Nun beginnt wieder das alte, leidige Lied: irgendwie die Räder und Ausrüstung kostengünstig und heil ins nächste Land bringen. Wie jedes Mal planen wir dafür ein, die Nacht vor dem Flug am Flughafen zu verbringen. Fahrradboxen bekommen wir netterweise vor einen Fahrradladen gestellt, zu dem Jan mit dem Bus fährt. Strömender Regen vor Jans Eintreffen macht die Pappe allerdings fast unbrauchbar und schwer zu transportieren.
Nach einer sehr kurzen Nacht sind die Räder auseinander geschraubt und genau wie die Fahrradtaschen in Kartons verstaut. Wir fliegen mit Jetstar, welche unser vieles Gepäck immerhin günstiger als andere Fluglinien befördern. Manchmal fragen wir uns allerdings schon, ob es nicht günstiger und unkomplizierter wäre, jedes Mal eine komplett neue Ausrüstung zu kaufen – Grrr! ;/ ...

20. – 28.11.13 Piha
Unsere letzten Tage in Neuseeland verbringen wir bei der wunderbaren Gastgeberin Brenda direkt am Piha Beach (in der Nähe des Drehortes für den Film "das Piano"). In Kontakt gebracht hat uns Karinas Freund Orhan, der Brenda kennen gelernt hat, als er selbst vor einigen Jahren in Neuseeland war. Brenda lässt es uns an nicht mangeln, bekocht uns fast täglich und lässt uns ein letztes Mal guten neuseeländischen Wein trinken .
Wir sortieren uns und unsere Ausrüstung für den Flug, nehmen uns aber auch Zeit, bei einigen längeren Wanderungen Abschied von der zauberhaften Natur Neuseelands zu nehmen. Wir laufen unter anderem über den schwarzen, magnetischen (!) Sand und auf dem Edmund Hillary Trail. Dieser gefeierte Neuseeländer und der nepalesisch-indische Tenzing Norgay bestiegen als erste Menschen den Mount Everest. Hillary hatte hier ein Haus, von dem aus er ausgiebige Wanderungen unternahm.

An dieser Stelle ein großes Danke an all die Lieben Menschen für die EINMALIGE Zeit in diesem EINMALIGEN Land!

 

 

Jan beobachtet bei einer Wanderung, wie Tuis (s.u.) an Flaxblüten trinken. Er lässt es auf einen Versuch ankommen und versucht selbst etwas Nektar zu bekommen. Das Ergebnis ist überwältigend: gleich mehrere Tropfen pro Blüte lassen sich völlig einfach sammeln ! Auf diese Weise versüßen wir uns von nun an jeden Tag .

 

Endlich umgeben uns die legendären Kaori Bäume (auf Deutsch „Kauri“), die größte in Neuseeland beheimatete Baumart. Die Bäume können mehrere tausend Jahre alt werden, leider sind jedoch bis vor etwa hundert Jahren die meisten alten Bäume der Holzindustrie zum Opfer gefallen. Der größte überlieferte Baumumfang betrug über 26 Meter. Außerdem spannend: Kaoris bilden Zapfen und gehören zu den Fichten, haben aber Blätter

Inzwischen verhilft die Popularität des Kaori zur Aufforstung und intensivem Schutz. Möchte man nur in die Nähe eines Baumes gehen, muss man seine Schuhe säubern und desinfizieren, um eine wurzelschädigende Krankheit kontrollieren zum können. Oft gibt es sogar Holzstege, um das Trampeln auf den Wurzeln zu verhindern.